Wien. "Man sieht, der Tourismus ist weiblich", sagte Elisabeth Köstinger am Montag, als sie als neue Tourismusministerin einen Ausblick auf das Tourismusjahr 2018 gab -flankiert von Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, und Petra Nocker-Schwarzenbacher, Spartenobfrau für Tourismus in der Wirtschaftskammer.

Der Termin für die Jahresauftakt-Pressekonferenz der Österreich Werbung war bewusst gewählt: Seit Sonntag bis heute, Dienstag, findet im Austria Center Vienna die Tourismus-Fachmesse atb_sales statt. Die wirtschaftlichen Entwicklungen sind zwar laut Köstinger gut - man müsse aber vor allem die internationale Marktbearbeitung forcieren.

Denn nach wie vor kommen die mit Abstand meisten Österreich-Urlauber aus Deutschland, gefolgt von Österreich und den Niederlanden. Touristen aus diesen drei Ländern bilden fast drei Viertel aller Österreich-Urlauber. "Dieser Wert hat sich seit Beginn der Aufzeichnungen 1973 nicht wirklich verändert", ergänzte Stolba. Daher wolle man internationaler werden.

Mit Gästen aus unterschiedlichen Ländern könnte man Saisonverzerrungen reduzieren und eine Ganzjahresbeschäftigung sicherstellen, hofft Stolba. Denn in Österreich sei noch immer hauptsächlich der Wintertourismus relevant. Um die Internationalisierung des Gästemixes voranzutreiben, habe die Österreich Werbung vor kurzem ein Büro in Seoul in Südkorea eröffnet. Südkorea ist nach China laut Stolba der zweitgrößte asiatische Herkunftsmarkt für den österreichischen Tourismus.

"Wohlstand und Arbeitsplätze"


Die Zahl der Touristen sei im Vorjahr grundsätzlich gestiegen, sagte Köstinger, und zwar weltweit um sieben Prozent. Auch in Österreich sei man "sehr gut unterwegs". Von Jänner bis November gab es um 3,6 Prozent mehr Ankünfte und um 2,2 Prozent mehr Nächtigungen. Der Winter sei ebenfalls "hervorragend gestartet". Angesichts von Billigfliegern und -quartieren gelte es dennoch mehr denn je, den Mehrwert Österreichs herauszustreichen. Denn: "Die Konkurrenz schläft nicht", so Köstinger.

Der touristische Erfolg lebe vor allem davon, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen. Nur wenn Österreich seine Qualität positioniere, würden auch Menschen ins Land kommen. Der Tourismus sei eine dynamische - und daher werbeintensive Branche.

Im Gegenzug dazu bringe er aber auch Wohlstand und Arbeitsplätze, so Köstinger, auch in entlegene Regionen. Insgesamt sichere die Branche rund 340.000 Arbeitsplätze und erwirtschafte mehr als 30 Milliarden Euro Wertschöpfung jährlich. Österreich gehört zu den Top-15-Tourismusländern der Erde.