Wiener Prater im Juli 2016: Ein Zettel weist auf die Schließung eines Glücksspielautomatenbetriebs hin. - © Jasmin Ziegler
Wiener Prater im Juli 2016: Ein Zettel weist auf die Schließung eines Glücksspielautomatenbetriebs hin. - © Jasmin Ziegler

Wien. Die Österreichischen Lotterien haben im Wiener Prater 50 sogenannte Video-Lotterie-Terminals (VLT) aufgestellt. Die Geräte seien ohne Absprache mit der Stadt platziert worden, berichteten mehrere Zeitungen am Mittwoch. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist empört und befürchtet die Rückkehr des seit 2015 in Wien verbotenen Kleinen Glücksspiels durch die Hintertür.

Die Geräte sind durch das Glücksspielgesetz des Bundes gedeckt und somit nicht vom Wiener Verbot betroffen. Die Österreichischen Lotterien hätten der Stadt jedoch im Jahr 2011 versprochen, derartige Terminals nur nach Rücksprache mit der Wiener Landesregierung aufzustellen, kritisierte Sima in den entsprechenden Medienberichten und warf dem Unternehmen Wortbruch vor. Für die APA war Sima am Mittwoch trotz mehrfachre Anfrage nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Vom Finanzministerium genehmigt

Die Österreichischen Lotterien bestätigten das Aufstellen der Video-Lotterie-Terminals gegenüber der APA und verteidigten das Vorgehen. Die Terminals seien am Bundesrechenzentrum angebunden und vom Finanzministerium genehmigt, betonte Unternehmenssprecher Martin Himmelbauer. "Es ist ein vernünftiges Angebot gemacht worden mit allen Vorkehrungen zum Spielerschutz." Zum Vorwurf der Stadträtin, man sei wortbrüchig geworden, sagte Himmelbauer: "Das sehen wir ganz und gar nicht so". Es habe "selbstverständlich Informationsgespräche mit der Stadtregierung" gegeben.

Auf die Frage, ob weitere Standorte in Wien angedacht seien, sagte Himmelbauer: "Wir werden schauen, was sich an weiteren Möglichkeiten auftut." Man werde Wien keinesfalls "zupflastern", versicherte er. "Wir haben das immer sehr moderat gemacht."