• vom 14.02.2018, 16:40 Uhr

Österreich


Kapitalmarkt

Industrie plädiert für Steuerzuckerl bei Börsengängen




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  • Auch Wiedereinführung der Spekulationsfrist könnte hiesigen Kapitalmarkt beleben, meint die IV.

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, sieht in einem funktionierenden Kapitalmarkt die Voraussetzung für Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand.

Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, sieht in einem funktionierenden Kapitalmarkt die Voraussetzung für Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand.© apa/Hans Klaus Techt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, sieht in einem funktionierenden Kapitalmarkt die Voraussetzung für Investitionen, Arbeitsplätze und Wohlstand.© apa/Hans Klaus Techt

Wien. (kle) Nennenswerte Börsengänge in Wien wie zuletzt die Bawag sind schon seit vielen Jahren äußerst rar, gleichzeitig wird die Liste der Abgänge immer länger. Die Industriellenvereinigung (IV) und das ihr nahestehende Aktienforum mahnen daher bei der neuen Regierung eine "aktive und vor allem ideologiefreie Kapitalmarktpolitik" ein. Um wieder mehr Unternehmen an die Börse zu bringen, plädieren sie dafür, Börsengänge mit steuerlichen Anreizen zu unterstützen und die Diskriminierung von Eigenkapital zu beenden.

"Die Anhebung der Kapitalertragsteuer im Rahmen der Steuerreform von 25 auf 27,5 Prozent hatte negative Folgen für den österreichischen Kapitalmarktstandort", erklärte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit Aktienforum-Chef Robert Ottel. "Man sollte in diesem Bereich zumindest über die Wiedereinführung einer Behaltefrist bei Aktien von über einem Jahr nachdenken, wie sie schon vor 2011 bestanden hat." Vor 2011 konnten Anleger Kursgewinne bei Aktien, die sie länger als ein Jahr behalten hatten, steuerfrei lukrieren.


Finanzwissen liegt im Argen
Aus Sicht der IV und des Aktienforums ist es auch ein wichtiges Signal, dass es, wie im Programm der Regierung angekündigt, wieder einen Kapitalmarktbeauftragten geben soll. "Dieser soll eine Schnittstelle zwischen den Stakeholdern am Kapitalmarkt, der Politik und dem Gesetzgeber sein", betonte Ottel, der im Hauptberuf Finanzvorstand der börsennotierten Voestalpine ist. Von 2001 bis 2013 hatte Ex-OMV-Chef Richard Schenz die Funktion des Kapitalmarktbeauftragten inne, ihm folgte der frühere Steuer-Sektionschef Wolfgang Nolz nach, ehe der Posten 2014 vom damaligen Finanzminister Michael Spindelegger ersatzlos gestrichen wurde.

Ottel fordert aber auch mehr Anstrengungen der Politik im Bildungsbereich ein. Ergebnisse einer beim Marktforschungsinstitut "Peter Hajek Public Opinion Strategies" in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage zeigten "Handlungsbedarf" auf. In weiten Teilen der Bevölkerung sei das Wissen über Veranlagungen an der Börse nach wie vor zu gering. Nur vier Prozent der Befragten hätten angegeben, sich sehr gut mit Börsen-Investments auszukennen, so Ottel. "Bildung ist der beste Anlegerschutz", gab der Chef des Aktienforums zu bedenken. "Wissen schafft Vertrauen und Wohlstand."

Mehr Interesse am Aktienkauf
Was die Umfrage ebenfalls zutage gefördert hat: Das Interesse der Österreicher am Kauf von Wertpapieren hat gegenüber der Umfrage 2016 leicht zugenommen. Wobei ein grundsätzliches Kaufinteresse neben der besseren persönlichen finanziellen Situation sowie einer höheren Rendite auch durch steuerliche Anreize erreicht werden könnte, wie es hieß. Letzteres decke sich auch mit der Frage nach Vorschlägen zur Motivierung zu mehr Börsen-Investments. So gaben 71 Prozent an, dass eine steuerliche Begünstigung auf Veranlagungen zur privaten Pensionsvorsorge eine sehr gute beziehungsweise gute Idee wäre.




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Dokument erstellt am 2018-02-14 16:44:23



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