Wien. (apa/red) Die heimischen Bausparkassen erhoffen sich heuer - trotz gestiegener Bankenkonkurrenz - erneut einen leichten Zuwachs bei den Darlehensvergaben. Diese sind die Basis ihrer Erträge. Zudem wollen sie sich gegen den Abwärtstrend bei Neuabschlüssen stemmen und heuer annähernd so viele Verträge einheimsen wie im vorigen Jahr. Von der Politik wünschen sie sich eine Modernisierung des Bausparsystems.

Dass das Neugeschäft 2017 erneut zurückging - um 9,7 Prozent auf 698.571 Verträge -, begründete Raiffeisen-Bauspar-Chef Manfred Url als Sprecher des Arbeitsforums Österreichischer Bausparkassen am Donnerstag auch mit den Niedrigzinsen. Auch seien die Kleinsparverträge mit weniger als 30 Euro Einzahlung pro Monat in den letzten Jahren verschwunden, da die Gebühren die Einlagezinsen auffressen würden.

Die Zahl der Bausparkonten sank im Vorjahr um 3,7 Prozent auf 4,552 Millionen, doch sei Österreich in Europa "das Bausparland Nummer eins: "Ein Bausparvertrag gehört fast zur Grundausstattung", so Url vor Journalisten. Trotz sinkender Zahl nehme die Besparung pro Vertrag zu. Deshalb stiegen die Bauspareinlagen 2017 - anders als 2015 und 2016 - geringfügig von 20,42 auf 20,55 Milliarden Euro.

Erträge nur im Kreditgeschäft


Die Finanzierungen der insgesamt vier heimischen Bausparkassen erreichten im Vorjahr mit 3,06 Milliarden Euro (plus 6,4 Prozent) ein Fünf-Jahres-Hoch, 2016 waren es 2,88 Milliarden Euro gewesen. Nur im Kreditgeschäft könne die Branche Erträge erwirtschaften, so Url. Der Gesamtbestand an Bausparausleihungen stieg um 1,4 Prozent auf 18,84 Milliarden Euro, womit ein mehrjähriger moderater Abwärtstrend gestoppt werden konnte. Zu verdanken sei das Ausleihungsplus auch dem günstigen Umfeld, meinte Url: Der Bau boome, vor allem der Wohnbau, das zeige auch der Anstieg der privaten Wohnbaukredite. "Wir hoffen, dass sich der Trend bei den Ausleihungen fortsetzt", sagte Url zum Wiederanstieg im Vorjahr.

Auch 2018 sei Nachfrage nach Bauspardarlehen gegeben, es gebe aber auch andere Anbieter. Mittlerweile seien da "sämtliche Banken vertreten, auch solche, die sich früher auf das Kommerzbankgeschäft konzentriert haben", sagte Url. Im Durchschnitt sei das Darlehensvolumen bei den Bausparinstituten auf 140.000 Euro beziehungsweise auf knapp darunter angestiegen. Man müsse sich vor anderen Anbietern aber nicht fürchten: "Der Bessere setzt sich durch am Markt - und wir sind sehr gut. Wir glauben nicht, dass wir untergehen."