• vom 21.02.2018, 22:00 Uhr

Österreich

Update: 21.02.2018, 22:51 Uhr

Tirol

Volle Wasserkraft voraus




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Von Matthias Nagl

  • Für das Ziel der Energieautonomie bis 2050 investiert Tirol kräftig in den Ausbau von Wasserkraftwerken.

Der abgelassene Gepatsch-Speicher des Kaunertal-Kraftwerks. cc/manu_zoli

Der abgelassene Gepatsch-Speicher des Kaunertal-Kraftwerks. cc/manu_zoli Der abgelassene Gepatsch-Speicher des Kaunertal-Kraftwerks. cc/manu_zoli

Innsbruck. Nicht nur die Bundesregierung hat bei Österreichs Stromversorgung ambitionierte Ziele. Laut Regierungsprogramm soll der Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 gänzlich aus erneuerbaren Quellen abgedeckt werden. Das Land Tirol, das kommenden Sonntag einen neuen Landtag wählt, will bis 2050 gänzlich energieautonom sein. Das heißt, der Strom soll nicht nur aus erneuerbaren Quellen kommen, sondern auch ausschließlich in Tirol erzeugt werden. Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung will das mit einer Halbierung des Stromverbrauchs und einer Ausweitung der Produktion von erneuerbaren Energiequellen um ein Drittel erreichen.

Nicht zuletzt deshalb wälzt der Landesenergieversorger Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) teils massive Ausbaupläne der Speicherkraftwerke in den Tiroler Hochgebirgstälern. Das ist auch im Sinne der neuen Bundesregierung. Diese legt in ihrem Programm ein "klares Bekenntnis" zum Ausbau der Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerke ab.


Drei Großprojekte
Handelnder Akteur ist in Tirol aber das Land, schließlich befindet sich die Tiwag im Eigentum des Landes. Eines der größten angedachten Projekte wird die kommende Landesregierung bereits in Betrieb nehmen können. Das Gemeinschaftskraftwerk Inn an der Grenze zur Schweiz soll Anfang 2020 in Betrieb gehen. Das Projekt betreibt die Tiwag federführend, beteiligt an den Investitionskosten von 534,5 Millionen Euro sind die Engadiner Kraftwerken und der Verbund. Nach der Fertigstellung soll eines der dann größten Laufkraftwerke im Alpenraum 400 Gigawattstunden (Gwh) Strom erzeugen.

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Ein anderes Großprojekt der Tiwag ist von einem Baubeginn noch relativ weit entfernt. Die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz soll um ein Pumpspeicherkraftwerk erweitert werden, sodass sich die aktuelle Kapazität von 450 GWh um 260 GWh jährlich erhöht. Da hat das Bundesverwaltungsgericht in zweiter Instanz bereits im vergangenen Sommer grünes Licht gegeben. Bis zum Baubeginn müssen aber noch weitere Einsprüche abgewartet werden.

Noch gänzlich im Projektstadium befindet sich das größte Vorhaben der Tiwag. Das Kraftwerk Kaunertal soll um 1,1 Milliarden Euro zu einer Kraftwerksgruppe ausgebaut werden und die aktuelle Leistung von 661 Gigawattstunden mehr als verdoppeln. Dafür wurden die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung zwar schon eingereicht. Doch realistischerweise wird sich der Spatenstich auch in der kommenden Legislaturperiode nicht ausgehen.

Widerspruch in der Regierung
Ein klares politisches Bekenntnis zum Ausbau gibt es von Landeshauptmann Günther Platter von der ÖVP. "Ich sehe keine Alternative zum Ausbau der Wasserkraft. Wenn man gegen Atomstrom ist - und das sind wir -, wenn wir nicht wie in Deutschland Kohlekraftwerke finanziell unterstützen wollen und wenn man bedenkt, dass die Windkraft bei uns nicht so möglich ist wie etwa im Burgenland, bleibt nur die Wasserkraft", sagt er. Nachsatz: "Ich sehe dafür auch eine Mehrheit in Tirol", so Platter.

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Schlagwörter

Tirol, Wasserkraft, Energie

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-21 19:29:38
Letzte Änderung am 2018-02-21 22:51:38


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