• vom 21.02.2018, 22:00 Uhr

Österreich

Update: 21.02.2018, 22:51 Uhr

Tirol

Volle Wasserkraft voraus




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So falsch dürfte Platter damit nicht liegen. Widerspruch zum Ausbau kommt nur von der Liste Fritz und, ausgerechnet, vom grünen Koalitionspartner. Konkret zum Projekt Kaunertal sagt etwa Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe von den Grünen: "Beim Projekt Kaunertal sind so viele Fragezeichen ungeklärt. Etwa im Bereich Wasserüberleitungen. Wasserkraft ist für Tirol wichtig. Das weiße Gold brauchen aber auch viele andere, etwa die Landwirtschaft, der Tourismus und der Naturschutz. Da gibt es so viele unterschiedliche Ansprüche. Ich gehe davon aus, dass sich die nicht so schnell klären lassen. Deshalb halte ich das Projekt Kaunertal für nicht realisierbar."

Opposition gespalten
Die Grünen setzen verstärkt auf Einsparungen durch eine Effizienzsteigerung, etwa durch eine Sanierungsoffensive, und einen "guten Energiemix". "Wasserkraft zählt in Tirol da natürlich dazu, aber natürlich braucht es auch andere Vorhaben für die nächsten Jahren. Wir sagen zum Beispiel volle Kraft für die Solarenergie", meint Felipe.

Unterstützung beim generellen Ziel der Energieautonomie bekommt die Landesregierung von der SPÖ, der derzeit größten Oppositionspartei. "Da bin ich einer Meinung mit der Landesregierung", sagt Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik. Sie setzt einerseits auf Einsparungen vor allem beim Hausbrand, andererseits deutlich auf einen Ausbau der Wasserkraft. Da ist die SPÖ mit der ÖVP auf einer Linie. "Wir haben so ein strenges Naturschutzgesetz mit intensiven, langwierigen Verfahren. Dazu ist die Tiwag zu hundert Prozent im Landeseigentum. Da kann man davon ausgehen, dass durchaus umweltverträglich gebaut wird. Neue Kraftwerke sind für die Energieversorgung notwendig. Wir haben seit Jahrzehnten nicht mehr in sauberer Energie gebaut", sagt Blanik.

FPÖ für "Wasserzins"
Markus Abwerzger, Spitzenkandidat der FPÖ, sieht für die Pläne der Landesregierung im Hinblick auf Energieautonomie überhaupt schwarz. Zumindest in der aktuellen Konstellation. "Das Ziel wird mit Schwarz-Grün nicht zu verwirklichen sein. Wir haben in Tirol die Situation, dass die Wasserkraft die einzige erneuerbare Energiequelle mit viel Kapazität ist", so Abwerzger. Deshalb sieht die FPÖ den Ausbau der Wasserkraft mit leichten Einschränkungen auch positiv. "Prinzipiell stehen wir den Projekten positiv gegenüber. Man muss aber aufpassen, dass der Ausbau nicht zulasten der Gemeinden geht. Deshalb fordern wir, ähnlich wie in der Schweiz, einen Wasserzins, der die Gemeinden bei der Entnahme von Wasser durch den privaten Betreiber entschädigt", sagt der Tiroler FPÖ-Chef.

Für den Ausbau der Wasserkraft wird Platter also in jedem Fall willige Partner finden.

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Schlagwörter

Tirol, Wasserkraft, Energie

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-21 19:29:38
Letzte Änderung am 2018-02-21 22:51:38


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