• vom 01.03.2018, 17:15 Uhr

Österreich


Akquisitionen

Chinesen auf Einkaufstour in Österreich




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • FACC, ATB und viele andere Firmen haben chinesische Eigentümer.

Wien. (apa/kle) Mit dem bevorstehenden Einstieg des Mischkonzerns Fosun bei Wolford gibt es nach kleineren Übernahmen in den vergangenen Jahren nun wieder einen größeren Deal chinesischer Investoren in Österreich. Ein solcher war 2009 auch der Kauf des oberösterreichischen Luftfahrtzulieferers FACC durch die staatliche Aviation Industry Corporation of China (Avic).

2011 ging der steirische Motorenhersteller ATB ebenfalls an Chinesen, das Industrieunternehmen Wolong machte für ATB rund 100 Millionen Dollar flüssig. Ein Jahr später verschwand für eine gute Milliarde Euro der Mobilfunker Orange vom österreichischen Markt, als der hinter dem Konkurrenten "Drei" stehende Hongkonger Mischkonzern Hutchison zugriff. Auch die 2017 erfolgte 95 Millionen Euro schwere Übernahme von Tele2 Österreich geht auf das Konto von Hutchison/Drei.


Der oberösterreichische Spezialmotorenbauer Steyr Motors wurde 2012 an den Hongkonger Finanzinvestor Phoenix Tree HSC Investment (Wuhan) verkauft. Hauptgesellschafter war bis dahin Ex-Minister Rudolf Streicher. Ebenfalls in chinesischem Besitz steht inzwischen der Autobahn-Raststättenbetreiber Rosenberger, der seit 2013 den chinesischen Familien Liu und Ni gehört. Im selben Jahr beteiligten sich der Salzburger Kranhersteller Palfinger und sein China-Partner Sany Heavy Industries mit je zehn Prozent aneinander. Daneben traten Chinesen in der Vergangenheit auch bei vielen kleineren Akquisitionen in Erscheinung.

Derzeit stellen Chinesen die sechstgrößte Investorengruppe in Österreich, hinter Deutschland, den USA, der Schweiz, Frankreich und Schweden. Allerdings: "Österreich befindet sich nach wie vor nur am Rande des Radars chinesischer Investoren", hieß es kürzlich in einer EY-Studie zu chinesischen Direktinvestitionen in Europa. Einzelne Transaktionen würden zeigen, dass Chinesen hierzulande gezielt nach stark spezialisierten Betrieben und führenden Technologien Ausschau halten.

Die Ansiedlungsagentur ABA spricht von aktuell 100 chinesischen Unternehmen in Österreich (Firmen mit chinesischen Eigentümern und Zweigniederlassungen von China-Firmen). Laut Nationalbank beliefen sich die Direktinvestitionen aus China (inklusive Hongkong) 2016 auf 3,4 Milliarden Euro.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-01 17:20:34


Werbung



Firmenmonitor







Werbung