• vom 05.03.2018, 16:08 Uhr

Österreich


Bankenbranche

Financier des kleinen Mannes




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  • Die Santander Consumer Bank lebt vor allem von Ratenkrediten im Handel. Im Vorjahr stieg ihr Gewinn um ein Viertel auf knapp 41 Millionen Euro.

- © Riedmann

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Wien. (apa/kle) Wer in Österreich bei großen Handelsketten, Elektroläden, Baumärkten oder Möbelhäusern Einkäufe in Raten abbezahlt, macht dies häufig bei der Österreich-Tochter der spanischen Großbank Santander. 2017 stellte der Möbelhandel 30 Prozent der Teilzahlungssparte der Santander Consumer Bank. Lutz ist zwar vor Kurzem zur Konkurrenz (BNP Paribas) abgewandert, mit Kika/Leiner geht es jedoch in die Verlängerung.

Kika/Leiner ist durch die Krise bei der südafrikanischen Konzernmutter Steinhoff Ende vorigen Jahres in Bedrängnis gekommen, hat mittlerweile aber frisches Geld erhalten und stellt sich mit einem Restrukturierungsprogramm gerade neu auf. Für die Santander Consumer Bank sei es selbstverständlich gewesen, dem Partner auch in schlechten Zeiten zur Seite zu stehen, meinte Bankchef Olaf Peter Poenisch am Montag. Trotz dieser schwierigen Phase sei der Vertrag für Teilzahlungskredite mit Kika/Leiner um zwei Jahre verlängert worden. Die Verträge seien bereits unterzeichnet.


Hohe Spareinlagenzuflüsse
2009 hat die Banco Santander dem US-Konzernriesen General Electric in Österreich die GE Money Bank abgekauft. Danach wurde die Bank massiv umgebaut. In den neun Jahren seit dem Markteintritt in Österreich habe Santander den jährlichen Umsatz (Neukredite) auf 1,54 Milliarden Euro mehr als verdreifacht, sagte Poenisch. 2017 wuchs der Umsatz um 8,3 Prozent. Beim Kreditbestand wurde die Zwei-Milliarden-Schwelle genommen. Heuer sind weitere Zuwächse geplant. Zweistellig - um 12,8 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro - legten im Vorjahr die Spareinlagen zu.

Kerngeschäft von Santander in Österreich ist die Auto- und Warenfinanzierung. Im Schnitt geht es bei Warenfinanzierungen um 1297 Euro als Kreditbetrag für Ratenzahlungen, also um eher kleinere Beträge. Unter Vertrag ist Santander dabei mit 1085 Händlerpartnern - darunter etwa Mediamarkt, Saturn, Red Zac, Kika/Leiner, Möbel Ludwig, Bauhaus, Obi, Hornbach, Hartlauer Interspar und Intersport. Der Abgang von Lutz hat den Umsatz in der Teilzahlungssparte 2017 leicht gedrückt.

Zum Geschäftsmodell gehören immer wieder Nullzins-Aktionen, bei Nachfolgefinanzierungen und Anschlusskrediten sind die Zinsen dann höher. Santander sieht sich in Österreich außerdem weiterhin als größten herstellerunabhängigen Auto- und Motorradfinanzierer (meist über Leasing).

Das Kreditrisiko ist im Vorjahr gesunken, 4,1 Prozent der Kredite waren notleidend. Ins Einlagengeschäft (online) ist Santander 2013 eingestiegen. Wertpapier- und Immobilien-Geschäfte will man hierzulande nicht anbieten. Die Bank hat in Österreich eine Vollbanklizenz und ist in der Einlagensicherung. Laut Poenisch stieg ihr Nettogewinn 2017 um 25 Prozent auf 40,9 Millionen Euro.

Derzeit ist Santander mit rund 400 Mitarbeitern und 30 Filialen in Österreich vertreten. An einer Bankpartnerschaft mit der Österreichischen Post AG ist Santander nicht interessiert. Das passe nicht in die Strategie in Österreich, sagte Poenisch. Die Post sucht derzeit einen neuen Partner, wie berichtet zieht sich die Bawag aus dem Postamtsvertrieb zurück.




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Dokument erstellt am 2018-03-05 16:11:38



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