• vom 06.03.2018, 16:28 Uhr

Österreich

Update: 06.03.2018, 17:12 Uhr

Verkehrsbranche

Zwei Milliarden für die Bahninfrastruktur




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  • Die heurigen Investitionen der ÖBB betreffen Tunnelbauten, neue Strecken und den Umbau von Bahnhöfen.



Wien. (kle) Im Bahnbereich wird derzeit gebaut - so viel wie seit 100 Jahren nicht, sagte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Dienstag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit ÖBB-Chef Andreas Matthä. Rund zwei Milliarden Euro sollen im laufenden Jahr in die Bahninfrastruktur investiert werden, wobei es um Tunnelbauten und neue Strecken, aber auch um die Modernisierung von Bahnhöfen sowie Park&Ride-Anlagen geht.

Wie Matthä dazu erklärte, liege der Schwerpunkt der heurigen Investitionen im Osten Österreichs. In dieser Region, die zu den am stärksten frequentierten Pendlerstrecken des Landes zählt, sollen 670 Millionen Euro in die Schieneninfrastruktur fließen. Zuletzt entfielen zirka 40 Prozent des gesamten heimischen Schienennetzes auf die östlichen Bundesländer Niederösterreich, Wien und Burgenland. Erklärtes Ziel sei es, das dortige Bahnangebot zu erweitern und so noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen, sagte Matthä.


Schuldenberg wächst bis 2026
Die Investitionen betreffen auch Jahrhundertprojekte wie etwa den Brenner-Basistunnel, die Koralmbahn oder den Semmering-Basistunnel, die weitergebaut werden. Die Südstrecke soll in Zukunft schneller werden und mehr Frequenz bringen. Im Semmering-Basistunnel bohren sich die Tunnelbohrmaschinen heuer von der Tunnelmitte Richtung Gloggnitz (Niederösterreich). Bestehende Strecken wie die alte Semmering-Bergbahn werden saniert. Es nütze nichts, in lauter neue Strecken zu investieren, und dazwischen verfalle das Netz, so Matthä. Für 180 Millionen Euro würden daher 2018 allein in der Ostregion Bestandsstrecken erneuert.

Besonders durch die oben erwähnten Großprojekte, aber auch durch viele kleinere Bauvorhaben für das "Zielnetz 2025+" werden die Investitionen und damit der Schuldenberg der ÖBB bis 2026 auf etwa 30 Milliarden Euro ansteigen. Dies werde aber der Höhepunkt sein, dann werde es hinuntergehen, hieß es am Dienstag bei der Staatsbahn.

Das Verkehrsaufkommen der Zukunft sei mit den Straßen allein nicht zu bewältigen, sagte Hofer. "Wir erleben einen neuen Boom bei der Bahn, wie ihn unsere Urgroßväter erlebt haben", betonte Hofer. Äußerungen von Verkehrsexperten, die zum Stopp von Tunnelbauten raten, wies der Verkehrsminister als "größtmöglichen Unsinn" zurück. Auf den Straßen werde es immer enger, der Straßentransport für Frächter somit schwieriger. Die Bahn werde hingegen immer leistungsfähiger und sei vielfach bereits schneller als das Auto.

Indes soll östlich von Wien in Zukunft eine neue Hochleistungsbahnstrecke entstehen. Mit der Flughafenspange soll der Airport Wien-Schwechat auch ins Bahnnetz im Osten des Landes und darüber hinaus eingebunden werden. Derzeit läuft die Trassenplanung für den Streckenverlauf.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-06 16:32:39
Letzte Änderung am 2018-03-06 17:12:42


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