• vom 12.03.2018, 16:07 Uhr

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Harter Brexit käme Österreichs Industrie teuer zu stehen




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  • Oliver-Wyman-Report: Maschinenbau und Autoindustrie wären am stärksten betroffen.



Wien/London. (apa/kle) Auf Unternehmen in der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich (UK) kommen im Fall eines harten Brexit hohe Kosten zu. Auf 69 Milliarden Euro jährlich beziffert eine neue Analyse die direkten Kosten für Unternehmen dies- und jenseits des Kanals. 37 Milliarden entfallen auf EU-27- und 32 Milliarden Euro auf UK-Firmen. Die Kosten verteilen sich auf verschiedene Industriebranchen, wobei die Autoindustrie ganz vorne rangiert.

Am stärksten betroffen wären in der EU-27-Firmen in Deutschland. Auf sie kommt laut einem neuen Report der Managementberatungsfirma Oliver Wyman mit neun Milliarden Euro an jährlichen Kosten ein Viertel der gesamten auf die EU-27 entfallenden Kosten zu. Für andere EU-Länder gibt es noch keine konkreten Zahlen. Im Vereinigten Königreich würde der größte Teil - etwa ein Drittel von 32 Milliarden Euro - auf die Finanzdienstleistungsindustrie entfallen. In Österreich wäre vor allem der Maschinenbau, die Auto- sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie sehr stark betroffen, sagt Finja Carolin Kütz, bei Oliver Wyman Leiterin des Geschäfts in Deutschland und Österreich. Gerade diese Industriezweige würden in ihren Lieferketten häufig Waren über den Kanal hin- und herschicken.


Unterschiede in der
Vorbereitung auf den Brexit

"Was auf der einen Seite große Kosten bedeutet, ist aber auch eine Herausforderung, die Unternehmen lösen können, indem sie ihre Lieferketten anpassen und stärker auf Lieferanten innerhalb der EU setzen", betont Kütz.

Den Report hat die Beraterfirma Oliver Wyman gemeinsam mit der britischen Wirtschaftskanzlei Clifford Chance erstellt. Dabei wurden speziell zwei Punkte angesehen: Zölle und nicht-tarifäre - in der Regel regulatorische - Handelshemmnisse. Änderungen im volkswirtschaftlichen Klima oder der Währungen wurden nicht berücksichtigt. "Was die Zölle angeht, können Unternehmen relativ wenig tun, aber bei den Nicht-Zoll-Barrieren können sie schon das eine oder andere machen, indem sie sich darauf vorbereiten und zum Beispiel eine vernünftige IT-Infrastruktur haben", so Kütz. Derzeit sei das aber nicht der Fall. Unterschiede zeigen sich laut Kütz, was die Vorbereitung der Unternehmen auf den Brexit betrifft. Große Unternehmen würden sich schon Gedanken machen, kleinere seien dagegen überhaupt noch nicht darauf eingestellt, den auf sie zukommenden Grenzverkehr zu managen. Für diese Firmen wäre das jetzt ein grundsätzlicherer Schritt, etwas komplett Neues.

"Für große Unternehmen stellt sich - wenn sie kleine Firmen in der Lieferkette haben - die Frage, ob die Industrieverbände sicherstellen werden, dass kleine Zulieferer weiterhin liefern können. Oder ob sie selbst die Initiative ergreifen und ihre Zulieferer bei den aufkommenden regulatorischen Hürden unterstützen sollten", so Kütz.

Die Expertin rät den betroffenen Firmen, alle Lieferanten- und Absatzbeziehungen durchzugehen und zu fragen, wo es zu einem Grenzübertritt kommt, welcher der Sub-Lieferanten davon betroffen ist, welche Regularien dabei relevant sind, was es kostet und wie sie sich operativ darauf vorbereiten können. Unter Umständen müsste die Lieferkette angepasst werden, um Risiken zu minimieren.

Lieferketten
schon jetzt anpassen
"Oft sind es relativ kleine Unterbrechungen in der Lieferkette, die Unternehmen in der Fertigung ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung komplett aus der Bahn werfen können", warnt Kütz und erinnert an den Atomunfall in Fukushima im März 2011. Damals seien viele Industrien ganz nervös geworden, weil viele Halbleiterprodukte in Japan hergestellt wurden. Diese Anpassungen der Lieferkette müssten jetzt gemacht werden, "um nicht ein böses Erwachen zu haben".




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Dokument erstellt am 2018-03-12 16:11:45


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