• vom 13.03.2018, 17:02 Uhr

Österreich


Energiebranche

OMV will größer und wertvoller werden




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  • Bis 2025 soll der Betriebsgewinn vor Sondereffekten um 70 Prozent auf mehr als fünf Milliarden Euro gehebelt werden.

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Wien. (kle) Es ist ein ambitioniertes Ziel, das der Wiener Öl- und Gaskonzern OMV in den nächsten Jahren verfolgt. 2025 will das teilstaatliche Unternehmen jedenfalls soweit sein, vor Sondereffekten einen operativen Gewinn (CCS Ebit) von mehr als fünf Milliarden Euro einzufahren. Gegenüber dem im Vorjahr erzielten Wert entspräche dies einer Steigerung um 70 Prozent. Um das Gewinnziel zu erreichen, will OMV-Chef Rainer Seele auf Basis einer neuen Konzernstrategie nun eine Reihe von Maßnahmen umsetzen.

Angepeilt wird dabei kräftiges Wachstum - nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch über Zukäufe. Allein für Akquisitionen sind bis 2025 zehn Milliarden Euro budgetiert. Wobei die Hauptstoßrichtung nach dem milliardenschweren Asset-Tausch mit Gazprom, dessen Abschluss Seele gegen Jahresende erwartet, nicht mehr Russland sein soll (wie in den vergangenen zwei Jahren), sondern der Nahe Osten. Vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sei die OMV an einer Ausweitung der Geschäfte interessiert, sagt Seele. Seit einem Jahr sondiert der Konzern dort Möglichkeiten für eine Kooperation mit der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company. An der OMV halten die VAE als Kernaktionär über den Staatsfonds Ipic 24,9 Prozent, ihre Anteile sind mit der 31,5-prozentigen Beteiligung der österreichischen Staatsholding Öbib syndiziert.


Weitere Kostenschnitte
Expandieren will die OMV grundsätzlich "in kostengünstigen und reservereichen Regionen". Nach dem Nahen Osten möchte das Unternehmen den asiatisch-pazifischen Raum ins Visier nehmen. "Australasien" wäre dann im Upstream-Bereich (Öl- und Gasförderung) neben CEE (Österreich und Rumänien), Nordsee, Russland, Naher/Mittlerer Osten und Afrika eine weitere Kernregion.

Indes soll die Gesamtproduktion des Konzerns bis 2025 pro Tag auf durchschnittlich 600.000 Barrel Öläquivalent steigen, zuletzt - im vierten Quartal 2017 - lag das Fördervolumen bei 377.000 Fass. Dabei ebenfalls ein Ziel: Die Produktionskosten sollen bei unter acht Dollar je Barrel gehalten werden. Gleichzeitig will das Unternehmen seine sicheren Reserven in den Jahren bis 2025 auf mehr als zwei Milliarden Barrel Öläquivalent verdoppeln, gut die Hälfte davon soll Erdgas sein. Zur Finanzierung des organischen Wachstums und des laufenden Betriebs sind bis dahin jährliche Investitionen von 1,3 bis 1,7 Milliarden Euro geplant.

Mittelfristig will die OMV auch ihre Kosten weiter zurückfahren. Bis 2020 sei eine weitere Reduktion um 100 Millionen Euro gegenüber 2017 geplant, wie es heißt.

Aktienkurs taucht abAusbaupläne hat der größte heimische Industriekonzern aber auch für den Raffinerie-Bereich (Weiterverarbeitung von Rohöl etwa zu Treibstoffen). In seine drei Raffinerien - Schwechat bei Wien, Burghausen in Deutschland und Petrobrazi in Rumänien - will das Unternehmen bis 2025 in Summe bis zu eine Milliarde Euro investieren. Künftig sollen mehr höherwertige petrochemische Produkte und Flugtreibstoffe (Kerosin) produziert werden. Mehr als die Hälfte dieser Produkte will die OMV dann über eigene Vertriebskanäle verkaufen.

Bei den Gasverkäufen will sie ihr Volumen bis 2025 sukzessive auf mehr als 20 Milliarden Kubikmeter steigern. Dafür werde in Deutschland ein Marktanteil von zehn Prozent angepeilt, bekräftigt die OMV frühere Angaben. Hohe strategische Bedeutung hat für sie vor diesem Hintergrund der Bau der in Teilen der EU umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2.

Bei guter Laune halten will die OMV auch ihre Aktionäre. Abhängig vom jeweiligen Konzernergebnis und der Entwicklung des freien Cashflows soll die Dividende jedes Jahr erhöht werden oder zumindest auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Für 2017 ist eine Anhebung um ein Viertel auf 1,50 Euro je Aktie geplant.

An der Wiener Börse wurden die neuen Konzernziele nicht gut aufgenommen. Im Handelsverlauf verlor die OMV-Aktie am Dienstag um 2,1 Prozent auf 46,16 Euro.




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Dokument erstellt am 2018-03-13 17:05:45


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