Wien. (kle) Der AUA geht es offensichtlich besser denn je. 2017 flog die zum Lufthansa-Konzern gehörende Airline gleich zwei Rekorde ein - bei den Passagierzahlen, die gegenüber dem Jahr davor um fast 13 Prozent auf 12,85 Millionen kletterten, und beim Betriebsgewinn (Ebit), der um gut 55 Prozent auf 101 Millionen Euro zulegte und damit erstmals in dreistelliger Millionenhöhe war.

Profitiert hat die AUA von der deutlich höheren Nachfrage nach Europaflügen, was vor allem mit der Pleite der Air Berlin und deren österreichischer Tochter Niki zusammenhängt. Daneben halfen auch Bewertungsgewinne aus dem Verkauf der alten Fokker-Flugzeuge, sie fetteten das Betriebsergebnis auf. Bereinigt um diesen Sondereffekt, beläuft sich das Ebit auf 94 Millionen Euro.

Aufwärts ging es zuletzt auch mit dem Personalstand. Nach vielen Jahren des Jobabbaus kamen 2017 vor allem durch die Aufnahme neuer Piloten und Flugbegleiter 464 Mitarbeiter dazu. In Summe hatte die AUA zum Jahresende mehr als 6900 Beschäftigte. Regen Zulauf registriert die Fluglinie derzeit von den früheren Air-Berlin- und Niki-Crews. Zirka 100 Piloten und Flugbegleiter hätten mittlerweile die Zusage für eine Anstellung, hieß es in der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag.

Drittes Rekordjahr für Lufthansa

So wie die AUA flog im Pleitejahr von Air Berlin auch die Lufthansa den höchsten Gewinn ihrer Geschichte ein. Das um Sondereffekte bereinigte Ebit stieg um rund 70 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Für die deutsche Fluggesellschaft war 2017 das dritte Rekordjahr in Folge. Die Dividende soll nun um 60 Prozent auf 80 Cent je Aktie angehoben werden, in den kommenden Jahren soll sie zumindest stabil bleiben.

Für heuer rechnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor allem wegen steigender Spritkosten mit einem leicht schwächeren Ebit (bereinigt). Gleiches gilt für die AUA, weshalb deren Chef, Kay Kratky, nicht zuletzt auch wegen laufender Investitionen von einem "herausfordernden Jahr" sprach.

Indes lässt die Lufthansa weiter die Finger von der insolventen Alitalia. Die Wahlen in Italien hätten die Chancen auf die notwendige Restrukturierung der Krisen-Airline nicht erhöht, so Spohr. Ohne einen solchen Umbau sei Alitalia für die Lufthansa aber nicht interessant, bekräftigte er.