Wien. (apa/kle) Die Vienna Insurance Group (VIG) hält ihren Kurs, was das geplante Wachstum der Prämieneinnahmen und des Gewinns betrifft. Primär dank Osteuropa steigerte der börsennotierte Versicherungskonzern das Prämienvolumen um 3,7 Prozent auf 9,39 Milliarden Euro und den Vorsteuergewinn (EGT) um 8,8 Prozent auf 442,5 Millionen Euro. Die Dividende soll nun von 80 auf 90 Cent pro Aktie erhöht werden, kündigte Konzernchefin Elisabeth Stadler am Donnerstag bei der Präsentation der vorläufigen Jahresbilanz an.

Bis 2020 will die VIG ihre Prämieneinnahmen auf mehr als 10 Milliarden Euro steigern und das EGT über die Marke von 500 Millionen Euro bringen. Für heuer rechnet Stadler mit einem Prämienvolumen von 9,5 Milliarden Euro und einem Gewinn vor Steuern in der Bandbreite von 450 bis 470 Millionen Euro.

Weitere Fusionen im Konzern

Nach wie vor stark setzt die VIG-Chefin auf Zentral- und Osteuropa (CEE), wo sie mehr Expansionschancen sieht als am gesättigten österreichischen Markt. In CEE ist der Konzern seit 1990 engagiert, begonnen wurde in Tschechien. Mittlerweile bringt der CEE-Raum der VIG 55 Prozent ihrer Prämien und 57 Prozent des Gewinns. Wie Stadler erklärte, soll dort die Fusion von Tochtergesellschaften weitergehen. Stadler nannte die Slowakei mit Zieldatum März, Kroatien für April, Österreich (Wiener Städtische und S-Versicherung) für Herbst und Tschechien bis Ende 2018. Daneben habe die VIG in der CEE-Region auch Akquisitionen "immer am Radar", wie es hieß. Schließlich wolle man in Polen, Ungarn, Kroatien und Serbien auf zehn Prozent Marktanteil kommen.

In CEE wuchsen die Prämieneinnahmen 2017 um 9,4 Prozent auf 5,09 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In Österreich sanken sie gegenüber dem Jahr davor um 2,4 Prozent auf 3,85 Milliarden.

Auf der Prioritätenliste ganz oben steht bei der VIG derzeit die Forcierung des Bankvertriebs mit der Partnerin Erste Group. Unter anderem soll hier auch die Produktvielfalt reduziert werden.

Digitalisierung in Schritten

Der Digitalisierung will die VIG in mehreren Wellen Rechnung tragen. Derzeit zählt der Konzern fast 25.000 Mitarbeiter. Diese Arbeitskräfte werde die VIG auch künftig in gleicher Art und Weise benötigen, auch wenn sich das Arbeitsgebiet ändern werde, versicherte Stadler.

Unabhängig davon will die VIG die Zukunft ihres über die S-Versicherung gehaltenen Zehntel-Anteils an der S-Immo im Licht der bevorstehenden Fusion von Wiener Städtischer und S-Versicherung einer Neubewertung unterziehen. Zur Wahl stehen ein Weiterbehalten oder ein Verkauf.