• vom 04.04.2018, 17:50 Uhr

Österreich

Update: 04.04.2018, 18:06 Uhr

Landwirtschaft

Milchbauern brauchen "faire Preise"




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der Strukturwandel geht weiter - im Vorjahr gaben 921 heimische Milchviehbetriebe auf.

0369-18-Milch

0369-18-Milch

Wien. (ede/apa) Vor zwei Jahren machten österreichische Milchbauern noch mit lautem Traktorengeratter und Kuhglockengescheppere auf den niedrigen Milchpreis aufmerksam. Nun scheint die Krise überwunden zu sein. Die heimischen Molkereien setzten im vergangenen Jahr mit 2,7 Milliarden Euro um 10,2 Prozent mehr um, was auf höhere Verarbeitungsmengen und Verwertungspreise, besonders bei fetthaltigen Produkten wie Butter, zurückzuführen war.

Höheres Milchgeld
Für Milch aller Qualitäten (exklusive Umsatzsteuer) erhielten die Bauern im Jahresschnitt 2017 rund 37 Cent pro Kilo, nach 31 Cent im Jahr 2016, 34 Cent im Jahr 2015 und 40 Cent im Jahr 2014. Am Höhepunkt der Milchpreiskrise im Juli 2016 lag der konventionelle Milchpreis ohne Heumilchzuschlag bei 27 Cent. Im Jänner 2018 waren es rund 37,2 Cent pro Kilo.


Die Zahl der Milchbauern ging 2017 um rund 3 Prozent auf 27.587 zurück, 921 gaben auf. Vor dem EU-Beitritt 1994 gab es noch knapp 82.000 Milchbauern in Österreich.

Der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Chef der Kärntnermilch, Helmut Petschar, erwartet, dass der Strukturwandel weitergehen wird. Die Milchbauern bräuchten "faire Preise", sonst werde die junge Generation auch nicht den Hof der Eltern übernehmen. Die hohe Marktkonzentration im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel, der wachsende Anteil von Eigenmarken und bisher noch nicht umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbssituation in der Lebensmittelkette würden für die Bauern und Molkereien eine schwierige Situation ergeben.

Satte Umsatzzuwächse

Milchwirtschaft

© WZ Online / Philipp Aufner Milchwirtschaft© WZ Online / Philipp Aufner

Der größte Milchverarbeiter des Landes, die Berglandmilch, steigerte 2017 den Umsatz um 12,3 Prozent auf 910 Millionen Euro. Die NÖM - die Nummer zwei - legte um 10,4 Prozent auf 351 Millionen Euro zu, gefolgt von SalzburgMilch mit plus 7,9 Prozent auf 206 Millionen Euro Umsatz. Die Exporte von Milchprodukten stiegen insgesamt um 4,7 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro.

Von der neuen Regierung erhoffen sich die Molkereien Impulse zur Verbesserung der Situation am Milchmarkt, unter anderem eine Herkunftskennzeichnung für Molkereiprodukte in der Gastronomie und Kantinen und eine Verbesserung der Wettbewerbssituation für Lebensmittelverarbeiter und Landwirte.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-04 17:54:06
Letzte Änderung am 2018-04-04 18:06:21


Werbung



Firmenmonitor







Werbung