• vom 11.04.2018, 21:31 Uhr

Österreich


Aktienmarkt

Löger will heimischen KMU Wiens Börse öffnen




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  • Handel mit Inhaberaktien soll am "Dritten Markt" künftig zulässig sein.



Wien. (kle) Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) will heimischen Klein- und Mittelbetrieben (KMU) den Zugang zur Wiener Börse erleichtern. Die entsprechende Gesetzesänderung soll es im Herbst geben. Geplant ist, dass am "Dritten Markt", der sich laut Wiener Börse dank seiner niedrigen Hürden für den Einstieg ins Börsenleben besonders eignet, in Zukunft auch die Inhaberaktien einer Firma wieder gehandelt werden können. Derzeit ist dort lediglich der relativ aufwendige Handel mit Namensaktien zulässig.

Der "Dritte Markt" wird im Wesentlichen von der Wiener Börse selbst geregelt. Börsenchef Christoph Boschan begrüßt Lögers Pläne. "Neben etablierten, mittelständischen Firmen sollen auch jüngere Unternehmen ein Angebot an der Börse finden und im Heimatland gehalten werden", betont er. Aktuell sind im "Dritten Markt" ausschließlich ausländische KMU gelistet, weil diese anders als ihre österreichischen Pendants anonyme Inhaberaktien emittieren dürfen. Sofern die Bedingungen stimmen, wäre laut Löger gut ein Dutzend österreichischer Unternehmen interessiert, über den "Dritten Markt" Kapital aufzunehmen.


Applaus aus der WKÖ
Lob für die Ankündigung kommt auch von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Bisher würden inländische Firmen schlechter behandelt als ausländische, gibt Ralf Kronberger, WKÖ-Experte für Unternehmensfinanzierung, zu bedenken. Die aktuellen Vorschläge seien "eine richtige und notwendige Maßnahme, um Risikofinanzierung zu stärken". Außerdem sei die Stärkung von KMU-Börsen ein Element des EU-Projekts "Kapitalmarktunion". Applaus kommt auch von Walter Ruck, dem Chef der Wiener Wirtschaftskammer. Für ihn ist die geplante weitere Öffnung der Börse für KMU eine "Win-Win-Situation für Wirtschaft und Anleger". Unternehmen würden jedenfalls abseits klassischer Bankkredite zusätzliche Möglichkeiten brauchen, "um ihre Investitionen finanzieren und expandieren zu können".

Voestalpine-Finanzvorstand Robert Ottel, Präsident des Aktienforums, das als Emittentenverband der Industriellenvereinigung nahesteht, begrüßt Lögers Ankündigung ebenfalls, pocht aber auch auf eine "offensive Anreizpolitik" für neue Börsengänge - etwa durch steuerliche Begünstigungen - und auf Verbesserungen der Anlagemöglichkeit in der zweiten und dritten Säule der Pensionsvorsorge. Dies wären "wichtige Pflöcke für einen attraktiven heimischen Kapitalmarkt".

Als Hindernis für Lögers geplante Änderung gelten indes Bedenken der OECD-Einheit gegen Geldwäsche: Die FATF befürchtet Geldwäsche, wenn einfach übertragbare Inhaberaktien für Familienbetriebe eingeführt werden.




Schlagwörter

Aktienmarkt, Börse, Wien, KMU, Österreich

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Dokument erstellt am 2018-04-11 17:48:15


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