• vom 12.04.2018, 23:45 Uhr

Österreich


Einzelhandel

Diskont macht Billa, Merkur & Co. zu schaffen




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  • Handelsriese Rewe verliert 2017 Marktanteile an Hofer und Lidl - Bipa-Netz wird in den nächsten Jahren um 50 bis 100 Standorte verkleinert.

Wien. (apa/red) Das "Upgrading" des Diskonts Richtung Vollsortimenter geht auch an Billa, Merkur & Co. nicht spurlos vorüber. 2017 hat der größte Handelskonzern in Österreich, Rewe International, geringfügig Marktanteile an Hofer und Lidl verloren. Die konzerneigene Diskontlinie Penny zählt dabei nicht zu den Gewinnern: Deren Umsätze stiegen im vergangenen nur moderat um 0,7 Prozent.

Dennoch zeigte sich Marcel Haraszti, Bereichsvorstand für das Rewe-Vollsortiment in Österreich, am Donnerstag beim Jahrespressegespräch gelassen: "0,1 Prozentpunkte weniger Marktanteil bereiten mir weniger Sorgen als ein unzufriedener Kunde." Mit einem Marktanteil von 34,3 Prozent ist Rewe vor Spar der größte Lebensmittelhändler in Österreich. Trotzdem müsse man sich von den Diskontern differenzieren und dürfe ihnen nicht das Feld überlassen, sagte Haraszti. Bei Billa und Merkur sollen Frische, Regionalität sowie die Bedienung der Kunden - ein wesentlicher Unterschied zum Diskont - deshalb noch mehr in den Fokus rücken.


Heuer will Rewe mit 350 Millionen Euro deutlich mehr investieren als 2017 (280 Millionen). Der Großteil des Geldes soll ins Filialnetz fließen. Allein bei Billa sollen 92 Standorte umgebaut oder neu errichtet werden. Haraszti sieht "viel Potenzial" in kleineren Märkten mit 1000 bis 1500 m2 - sowohl für Billa als auch für Merkur. Auch im Westen Österreichs will sich Rewe stärker positionieren. Derzeit ist das Handelsunternehmen sehr ostlastig.

Online-Umsätze noch gering
Geld fließt aber auch in den Ausbau des Online-Geschäfts. Rewe macht hier quer über alle Schienen gerade einmal einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Der Billa-Shop steuerte im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro bei. "Es ist klar, dass wir hier kein Geld verdienen", räumte Haraszti ein. Das "ungelöste Problem" im Onlinehandel sei die letzte Meile bis zur Haustür des Kunden. Rewe teste die Zustellung mit eigenen Leuten und experimentiere generell viel im Onlinebereich. "Online ist eine Investition für die Zukunft", so Haraszti.

Das Sorgenkind von Rewe war 2017 erneut die Drogeriekette Bipa mit Umsatzeinbußen von fast vier Prozent. Bipa wird derzeit neu aufgestellt. In den kommenden Jahren soll sich das Bipa-Filialnetz von derzeit 600 um 50 bis 100 Standorte verringern, kündigte Haraszti an.

In Summe erwirtschaftete Rewe 2017 in Österreich Brutto-Umsätze von 8,5 Milliarden Euro, das waren um 1,7 Prozent mehr als im Jahr davor. In Österreich beschäftigt der Handelskonzern fast 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt über rund 2500 Filialen (am dichtesten ist das Billa-Netz mit 1069 Standorten). Das von Rewe von Wiener Neudorf aus gesteuerte Osteuropa-Geschäft erzielte 2017 Nettoumsätze von 13,35 Milliarden Euro (plus 4,1 Prozent).




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Dokument erstellt am 2018-04-12 16:36:08



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