• vom 23.04.2018, 17:30 Uhr

Österreich

Update: 25.04.2018, 10:45 Uhr

Energiebranche

Verbund-Chef sieht bei Strompreisen "erstes Licht am Horizont"




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  • Anzengruber rechnet in Kürze mit Okay des Bundesverwaltungsgerichts für Salzburger 380-Kilovolt-Leitung.

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Wien. (apa/kle) Wolfgang Anzengruber, Vorstandschef des Stromkonzerns Verbund, erhofft sich für die Salzburger 380-Kilovolt-Leitung "in den nächsten Wochen eine positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts", wie er am Montag in der Jahreshauptversammlung in Wien sagte. Die Causa liegt dort bereits mehr als zwei Jahre. In der Vergangenheit hatte der Verbund immer wieder betont, dass die Salzburg-Leitung dringend nötig sei, um Stresssituationen im heimischen Stromnetz zu verhindern.

Zum Marktumfeld für den Verbund verwies Anzengruber auf die zuletzt wieder etwas besseren Stromgroßhandelspreise, von denen der Konzern auch bei seinen Ergebnissen profitieren werde können. "Das ist ein erstes Licht am Horizont", so der Verbund-Generaldirektor. Finanzvorstand Peter Kollmann sagte, bereits im kommenden Jahr werde der Verbund wieder höhere Absatzpreise haben - nach einem weiteren leichten Rückgang des Absatzpreises von 31 auf 30 Euro pro Megawattstunde im Vorjahr, nachdem die Preise 2014 noch bei 39 Euro lagen. "Ich glaube, die Talsohle ist erreicht, und wir können in den nächsten Jahren mit höheren Strompreisen rechnen", so Kollmann zu den Aktionären des zu 51 Prozent im Eigentum der Republik stehenden Konzerns.


Höhere Wasserführung
Heuer - im abgelaufenen ersten Quartal - sei die Wasserführung um 17 Prozent über dem langjährigen Schnitt gelegen, so Kollmann. Das sei "ein gewisses Potenzial für das Jahr 2018".

Zum Gaskraftwerk im steirischen Mellach, das über eine installierte Leistung von 840 Megawatt verfügt, sagte Anzengruber, dass die Anlage für die Netzstabilisierung wichtig sei. Die Engpassleistung von Mellach sei 2017 vermehrt abgerufen worden. Das Kraftwerk stelle damit "ein bedeutendes Feuerwehrauto für die österreichische Stromversorgung" dar, erklärte Anzengruber.

Die Ursache dafür, dass im Jahr 2017 schon an 300 Tagen zur Stabilisierung des Netzes in die heimische Stromversorgung eingegriffen werden musste, liege "an der Übertragungsnetzschwäche in Deutschland". Die mit 1. Oktober kommende künstliche Auftrennung der deutsch-österreichischen Stromhandelszone, die in Österreich zu einem leichten Anstieg der Stromgroßhandelspreise führt, kritisierte Anzengruber am Montag erneut. Es handle sich um "eine schmerzhafte Entscheidung", die "für den Wirtschaftsstandort Österreich nicht gut" sei.

Das mit der neuen heimischen Klima- und Energiestrategie geplante Ziel, dass die Stromversorgung in Österreich im Jahr 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bewerkstelligt werden soll, bezeichnete Anzengruber als "mehr als ambitioniert". Dies bedeute, dass das Volumen der Erneuerbaren bis dahin nochmals um etwa 50 Prozent ausgeweitet werden müsse.

Dividende beschlossen
Auch bei der geplanten Reduktion der Treibhausgasemissionen - um 36 Prozent bis 2030 - bestehe noch "ein erheblicher Aufwand", sagte Anzengruber. Denn heute liege man im Vergleich zum Jahr 2005 erst bei minus 14 Prozent. Zu erreichen seien die Strategieziele nur, wenn auch die Sektoren Mobilität/Verkehr und Wärme/Kälte integriert würden.

Auf der Jahreshauptversammlung am Montag waren laut dem Aufsichtsratspräsidenten Gerhard Roiss (Ex-OMV-Chef) 524 Aktionäre (87,55 Prozent des Grundkapitals) vertreten. Die Aktionäre beschlossen unter anderem die vom Vorstand vorgeschlagene Dividende von 42 Cent je Aktie für 2017. Der Bund kassiert damit gut 74 Millionen Euro. Ein weiterer Beschluss betraf die Neubesetzung eines Aufsichtsratspostens: Als Vertreter des niederösterreichischen Versorgers EVN löst dort Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz den früheren EVN-Chef Peter Layr ab.

In der anschließenden konstituierenden Aufsichtsratssitzung wurde das Präsidium des Aufsichtsrats unter Vorsitz von Roiss einstimmig wiedergewählt. Weitere Mitglieder des Präsidiums sind Michael Süß und Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß. Darüber hinaus wurde im Nominierungsausschuss beschlossen, die Ausschreibung für alle vier Vorstandsmandate - sie laufen jeweils Ende 2018 aus - am 26. April zu veröffentlichen. Die gesetzliche Bewerbungsfrist beträgt einen Monat.




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Dokument erstellt am 2018-04-23 15:45:23
Letzte Änderung am 2018-04-25 10:45:25


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