Wien. (apa/kle) Die Airline-Branche drängt einmal mehr auf die komplette Abschaffung der Flugabgabe. Schon die Halbierung der Ticketsteuer per 1. Jänner 2018 wirke sich positiv auf das Passagierwachstum und den Tourismus aus, betonten die Vorstände der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) und des Flughafens Wien am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Im vergangenen Jahr hatte die vorherige SPÖ/ÖVP-Regierung beschlossen, die Steuer auf Flugtickets zu halbieren. Leider sei es nicht gelungen, die gänzliche Abschaffung in das Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ zu bekommen, sagte Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger. "Dementsprechend bin ich persönlich für heuer und nächstes Jahr nicht allzu optimistisch." Dennoch hofft der Airport-Manager, dass die Abschaffung unter der türkis-blauen Koalition bis 2022 gelingt.

Studie: Abschaffung
hätte positive BIP-Effekte

Laut einer Studie der international tätigen Beratungsfirma "PricewaterhouseCoopers" für die Brüssler Lobbying-Organisation A4E (Airlines for Europe) steigert die Halbierung der Ticketsteuer die österreichische Wirtschaftsleistung um mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr. Die gänzliche Abschaffung würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nochmals um den gleichen Betrag erhöhen.

Österreich hat 2017 rund 116 Millionen Euro über die Flugabgabe eingenommen. Nach der Halbierung rechnet der Bund für heuer mit Einnahmen von rund 60 Millionen Euro. Allein auf die AUA seien im Vorjahr 40 Millionen Euro entfallen - und weitere 20 Millionen Euro auf die anderen Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns, sagte AUA-Chef Kay Kratky.

Seit 1. Jänner beträgt die Abgabe pro Kurzstrecken-Ticket 3,50 (statt zuvor 7,00) Euro, pro Mittelstrecken-Ticket 7,50 (nach 15,00) Euro und pro Langstrecken-Ticket 17,50 (nach 35) Euro.