Wien/Ulrichsberg. Die oberösterreichische Baufirma Sareno zahlte insgesamt 63.000 Euro an Löhnen, Zinsen und Verfahrenskosten für zehn Arbeiter nach, die für eine Subfirma gearbeitet hatten. Die Subfirma hat Mitarbeiter und Staat um Sozialabgaben betrogen. Eigentlich war dazu am Montag am Arbeits- und Sozialgericht in Wien ein Termin eingeplant gewesen. Als Schuldeingeständnis will Sareno, die zum Kranhersteller und Baukonzern Felbermayr gehört, die Zahlung nicht sehen. Das Gerichtsverfahren ist damit zu Ende. Die Arbeiterkammer (AK) sprach von einer einzigartigen Einigung.

Der Fassadenbauer Sareno sieht sich in dieser Causa als Opfer an. Man habe die Setro damit beauftragt, Arbeiten auszuführen, dieses Unternehmen habe den Auftrag widerrechtlich an die PDL weitergegeben. Die Sareno habe davon nichts gewusst. Der Eigentümer habe aber seine "soziale Verantwortung" wahrgenommen: Tatsache sei nämlich, dass die betroffenen Bauarbeiter auf Baustellen der Sareno gearbeitet haben, "dann sollen sie dafür auch bezahlt werden", hieß es.

Wie der "Standard" berichtete, hatten sich 21 Arbeitnehmer im vergangenen Herbst an die AK gewandt. Die Bauarbeiter hatten für die kleine Firma PDL gearbeitet und waren zuletzt nicht mehr ordnungsgemäß entlohnt worden. Die AK brachte daraufhin Klage gegen die PDL ein. Setro und PDL wurden inzwischen von der Finanz zu Scheinfirmen erklärt. Zwei von 60 Scheinfirmen, zu denen die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt.

Das Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz schreibt vor, dass der Auftraggeber haftbar gemacht werden kann, wenn er wusste oder hätte wissen müssen, dass er sich einer Scheinfirma bedient. Scheinfirmen funktionieren in der Regel so: Strohmänner gründen ein Unternehmen und übernehmen von Baufirmen Aufträge. Die Scheinfirmen bezahlen keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge für ihre Arbeitnehmer. Nach einiger Zeit beantragen sie die Insolvenz - in der Hoffnung, dass der Insolvenz-Entgelt-Fonds die Ansprüche der Beschäftigten übernimmt.