• vom 15.05.2018, 14:55 Uhr

Österreich

Update: 15.05.2018, 14:58 Uhr

Luftfahrt

AUA muss sich neue Jets erst verdienen




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Von WZ Online, APA

  • Lufthansa-Chef Spohr lässt Zukunft der AUA-Langstrecke offen

Die Lufthansa-Gruppe ist in Wien derzeit mit einer neuen Wettbewerbssituation konfrontiert. Nach dem Aus für Air Berlin und Niki machen sich mehrere Billigflieger in Wien breit.

Die Lufthansa-Gruppe ist in Wien derzeit mit einer neuen Wettbewerbssituation konfrontiert. Nach dem Aus für Air Berlin und Niki machen sich mehrere Billigflieger in Wien breit.© APAweb, Robert Jäger Die Lufthansa-Gruppe ist in Wien derzeit mit einer neuen Wettbewerbssituation konfrontiert. Nach dem Aus für Air Berlin und Niki machen sich mehrere Billigflieger in Wien breit.© APAweb, Robert Jäger

Wien/Schwechat. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gibt der Tochter Austrian Airlines (AUA) auch an deren 60. Geburtstag keine Bestandsgarantie für die Größe der Langstreckenflotte. "Wir entscheiden dann über die Zukunft der Langstreckenflotte der AUA, wenn wir uns sicher sind, dass sich die AUA eine solche Investition leisten kann", sagte Spohr am Dienstag vor Journalisten in Wien. Für heuer schloss Spohr dies aus.

Der scheidende AUA-Chef Kay Kratky sagte, 150 Millionen Euro Gewinn seien das "Mindestmaß für die Langstreckenflottenerneuerung". Die AUA schrieb 2017 einen operativen Gewinn von 101 Millionen Euro. Spohr sagte, die AUA habe zehn Prozent der Flugzeuge, steuere aber nur 4 Prozent zum Konzern-Ergebnis bei.

Neue Jets muss man erst verdienen

Von der Profitabilität hänge ab, ob die AUA in Zukunft statt der aktuell 12 Langstreckenjets nur noch fünf oder gar 20 Flugzeuge betreibe. Die AUA müsse die operative Gewinnspanne steigern, um so wie Zürich und München vom Wachstum der Lufthansa-Gruppe profitieren zu können, so der Konzernchef.

Für die AUA-Schwester Swiss hat die Lufthansa kürzlich zwei fabriksneue Langstreckenflugzeuge im Wert von mehr 600 Millionen US-Dollar bestellt. Die AUA ging leer aus, obwohl in nächster Zeit die sechs Boeing 767 das Ende ihrer Betriebszeit erreichen. Laut Kratky kann die Lebensdauer mit einer Generalüberholung noch um zwei, drei Jahre verlängert werden.

Die Forderung nach einer höheren Profitabilität gilt Spohr zufolge auch für alle anderen Airlines im Konzern. Zu Brussels Airlines, wo gerade gestreikt wird, sagte er, je teurer der Gehaltsabschluss wird, desto weniger Flugzeuge werde die belgische Tochter haben. Die Lufthansa-Gruppe werde dort wachsen, wo die Gewinnspanne auf das eingesetzte Kapital am größten ist - also am meisten Geld verdient werden kann.

Der neue AUA-Kollektivvertrag für die Piloten und Flugbegleiter wird laut Kratky die Personalkosten um 15 bis 20 Millionen Euro erhöhen. Die der Gewerkschaft abgerungene Arbeitszeitflexibilisierung werde aber gleichzeitig die Produktivität erhöhen und die Kosten damit "deutlich positiv überkompensieren", sagte Kratky. Als Aufgaben für seinen Nachfolger, Alexis von Hoensbroech, der im August übernimmt, definierte er die Ertragsoptimierung des Langstreckennetzes.

Die Lufthansa-Gruppe ist in Wien derzeit mit einer neuen Wettbewerbssituation konfrontiert. Nach dem Aus für Air Berlin und Niki machen sich mehrere Billigflieger in Wien breit. Dass hingegen Niki Lauda seine Niki-Nachfolgeairline Laudamotion kurzerhand an Ryanair weiter verkauft hat, "ist wenig überraschend, wenn man weiß, dass Lauda seine Airlines üblicherweise verkauft", kommentierte Spohr die neue Konkurrenz durch Ryanair und Laudamotion.

Spohr nimmt am Dienstagabend genauso wie Kratky und Hoensbroech an der 60-Jahr-Feier der AUA teil. Zu der offiziellen Jubiläumsveranstaltung sind unter anderem auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) angekündigt. Der 50. Geburtstag der "Austrian Airlines Österreichische Luftverkehrs Aktiengesellschaft" vor zehn Jahren fiel noch in die Zeit der größten Krisenjahre, die 2012 in einem "Fast-Konkurs" gipfelten, wie es Kratky heute nannte. Spohr sagte: "Die Frage, ob die AUA überlebt, ist von einem 'ob' zu einem 'wie' geworden." Die Lufthansa hatte Ende 2008 die damals teilstaatliche und defizitäre AUA mit einer Steuerzahler-"Mitgift" von 500 Mio. Euro übernommen.

Nach einer harten Sanierung durch den neuen Eigentümer aus Deutschland steht die AUA wieder besser da. Die AUA hat gerade eine sechste Langstreckenmaschine des Typs Boeing 777 eingeflottet und nimmt just zur heutigen Feier ihre 2016 eingestellten Flüge nach Tokio wieder auf. Im Oktober 2018 soll Kapstadt in Südafrika ins AUA-Streckennetz aufgenommen werden.





Schlagwörter

Luftfahrt, AUA, Lufthansa

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-15 14:57:02
Letzte Änderung am 2018-05-15 14:58:46


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