• vom 18.05.2018, 17:30 Uhr

Österreich

Update: 18.05.2018, 17:48 Uhr

Infineon

Nach Villach fließen 1,6 Milliarden




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  • Halbleiterhersteller Infineon baut neue Fabrik, 400 neue Jobs sollen entstehen.

Wien/Villach/München. (kle) Villach und somit auch Kärnten und Österreich kommen in den Genuss einer nicht alltäglichen Großinvestition, durch die nach dazu rund 400 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Wie der deutsche Chip-Riese Infineon am Freitag ankündigte, soll am Standort Villach zusätzlich zur bestehenden Produktion auf 60.000 Quadratmetern eine voll automatisierte Fabrik für Leistungshalbleiter gebaut werden. Alles in allem sind dafür Investitionen von rund 1,6 Milliarden Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren veranschlagt.

Die Bauarbeiten sollen im ersten Halbjahr 2019 beginnen. Anfang 2021 soll die neue Chipfabrik dann den Betrieb aufnehmen. Durch sie verspricht sich Infineon-Chef Reinhard Ploss ein zusätzliches Umsatzpotenzial von zirka 1,8 Milliarden Euro pro Jahr.


Die Investition in Villach ist die bis dato größte in der Geschichte des Münchner Konzerns. Dass sie an dem Kärntner Standort erfolgt, hat nach den Worten von Ploss mit günstigen Rahmenbedingungen zu tun: "Die Forschungsförderung, die steuerlicher Natur ist, hat hier ganz klare Vorteile." Im Konzern ist Villach das Kompetenzzentrum für Leistungshalbleiter und bereits seit langem ein wichtiger Innovationsstandort.

Leistungshalbleiter, im Fachjargon 300-Millimeter-Dünnwafer genannt, sind Energiesparchips, deren Aufgabe es ist, den Stromfluss möglichst effizient zu steuern. Eingesetzt werden sie zum Beispiel in Elektrofahrzeugen, bei vernetzten batteriebetriebenen Geräten wie Notebooks oder Smartphones, in Rechenzentren und auch bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Vor Journalisten in Wien sprach Ploss von einer rasant steigenden globalen Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Dem wolle Infineon mit dem Ausbau von Villach Rechnung tragen. Mit 18,5 Prozent Marktanteil ist Infineon laut den Marktforschern von IHS Markit der weltweit größte Anbieter von Leistungshalbleitern.

Die Politik jubelt
"Ich glaube, das ist die größte Investition in Österreich seit langer Zeit", sagte Infineon-Austria-Chefin Sabine Herlitschka. Die Bedeutung für Kärnten und Villach könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Investition entspreche jedenfalls dem achtfachen Villacher Haushaltsbudget, so die Managerin.

Vertreter der Bundesregierung streuten Infineon am Freitag viele Rosen. "Aus österreichischer Perspektive ist das mehr als ein guter Tag", erklärte Kanzler Sebastian Kurz. Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zeigte sich erfreut. Nach der von der Voestalpine jüngst angekündigten 350-Millionen-Euro-Investition in den Bau eines neuen Edelstahlwerks am steirischen Standort Kapfenberg sei dies jetzt die zweite Großinvestition in Österreich in nur kurzer Zeit.

Kärntens Landeschef Peter Kaiser kam ebenfalls ins Schwärmen. Er sprach von einem "Turbo Boost" für sein Bundesland.

In Villach beschäftigt Infineon aktuell rund 3800 Mitarbeiter. Seit Jahren verzeichnet der Standort ein kräftiges Jobwachstum. Allein seit 2011 kamen mehr als 1000 neue Arbeitsplätze dazu. Weltweit hat Infineon rund 37.500 Beschäftigte. Zuletzt erzielte der börsennotierte Konzern einen Jahresumsatz von 7,1 Milliarden Euro.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-18 17:36:53
Letzte Änderung am 2018-05-18 17:48:37


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