• vom 23.05.2018, 20:59 Uhr

Österreich


Klimawandel

Notzahlungen für Landwirte




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  • Beschluss im Ministerrat zur Abdeckung von Schäden durch den Klimawandel.

Wien. Der Ministerrat hat am Mittwoch ein Agrarpaket beschlossen, mit dem Landwirte, die mit Klimaschäden im Ackerbau oder in der Forstwirtschaft zu kämpfen haben, unterstützt werden. Geplant ist unter anderem eine Angleichung der Versicherungssteuer, eine Maßnahme, die drei bis vier Millionen Euro kosten soll.

Dass Österreichs Landwirte die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen, war in den vergangenen Jahren gut sichtbar geworden. In Teilen Österreichs, vor allem im Weinviertel, haben die Bauern mit Trockenschäden zu kämpfen, auch der Schädlingsbefall hat sich als Problem erwiesen. Mehr als 10.000 Hektar Ackerfläche seien etwa durch den Rüsselkäfer vernichtet worden, erklärte die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger. Im Forstbereich sei auch der Borkenkäferbefall deutlich angestiegen.


Um den betroffenen Bauern und Forstwirten zu helfen, gebe es nun einerseits Soforthilfen. Diese sehen etwa Flächen für die Schadholzlagerung vor. Hierbei werde lediglich die Bürokratie zurückgefahren, dies koste nichts, so die Ministerin.

Steuerlicher Risikoausgleich wird noch diskutiert
Andererseits soll eine Angleichung der Versicherungssteuer das Versicherungswesen attraktivieren. Diese Maßnahme kommt laut Köstinger auf drei bis vier Millionen Euro. Mit dem Finanzministerium diskutiert werde auch ein steuerlicher Risikoausgleich. Hier seien die Details aber noch offen. Köstinger rechnet dafür mit einer Größenordnung von zwei bis drei Millionen Euro. Paktiert ist der Risikoausgleich jedenfalls im Regierungsprogramm.

Bei den Sofortmaßnahmen zur Abmilderung der Folgen von Klimaschäden geht es um einmalige Ausnahmen im Agrarumweltprogramm "ÖPUL" in bestimmten Regionen. So fällt etwa eine wichtige Anbauregel, wovon in erster Linie die Rübenbauern betroffen sind, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Mit der Überschreitung des "75-Prozent-Getreide-Maisanteils" im Jahr 2018 können die Landwirte in von Schädlingsbefall und Dürre betroffenen Regionen vor allem in Niederösterreich und Burgenland ohne Sanktionen auf mehr als drei Viertel ihrer Fläche Mais oder Getreide anbauen. Die Bauern können damit beispielsweise Körnermais auf der Zuckerrübenfläche anbauen, um Ertragsausfälle wegen des Befalls der Zuckerrüben mit dem Rüsselkäfer zu verringern.

Vom frischgewählten Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Josef Moosbrugger sowie vom Bauernbund gab es postwendend freudige Aussendungen. "Die Bundesregierung hat die Notlage der betroffenen Bauern erkannt und mit einem Hilfspaket reagiert", sagt Moosbrugger.

Beschlossen werden am Mittwoch auch langfristige Maßnahmen, darunter eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage, die Einkommensschwankungen abfedern soll. Mit dieser "Gewinnglättung" soll den Betrieben die Möglichkeit gegeben werden, ihre Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Nachhinein über Antrag auf drei Jahre aufzuteilen.




Schlagwörter

Klimawandel, Landwirtschaft

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Dokument erstellt am 2018-05-23 17:30:55


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