Wien. Die Anzahl von Firmeninsolvenzen hat im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zur Vorjahresperiode nur leicht zugenommen. Gezählt wurden 2.595 (+0,8 Prozent), eröffnet wurden mit 1.535 praktisch gleich viel wie voriges Jahr mit 1.531. Privatinsolvenzen gab es hingegen wegen neuer Insolvenzregeln wie erwartet viel mehr. So wurden mit 5.519 um 86 Prozent mehr Schuldenregulierungsverfahren eröffnet.

Vertreter des Kreditschutzverband KSV 1870 erklärten am Dienstag vor Journalisten in Wien, dass die Verbindlichkeiten der Privatschuldner noch stärker in die Höhe schossen als die eröffneten Schuldenregulierungsverfahren. Die Verbindlichkeiten nahmen um 213 Prozent auf 1,07 Mrd. Euro zu.

KSV: Anstieg um 38 Prozent

Damit übersteigen die Privatpassiva die Passiva aus den Firmenpleiten, die laut KSV um 38 Prozent auf 921 Mio. Euro gestiegen sind. Die Firmenpleiten sorgten heuer im ersten Halbjahr auch für viel mehr betroffenen Dienstnehmer. Deren Zahl stieg fast um die Hälfte auf 10.700 Mitarbeiter.