• vom 08.06.2018, 06:00 Uhr

Österreich


Möbelbranche

Schicksalstage für Kika/Leiner




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  • Heimische Möbelindustrie beobachtet Entwicklungen "mit großer Sorge".

Wien. (apa/red) Österreichs Möbelindustrie beobachte "mit großer Sorge" die aktuellen Entwicklungen rund um Kika/Leiner, sagte Claudius Kollmann vom Fachverband Holzindustrie am Donnerstag. Kika/Leiner-Österreich-Chef Gunnar George will am heutigen Freitag eine Lösung für die kriselnde Möbelhandelskette präsentieren, nachdem große Kreditversicherer etwaige Forderungsausfälle nicht mehr absichern.

Ohne Kreditversicherer muss Kika/Leiner Waren bar oder gegen Vorkasse bezahlen. Keine Firma kann sich das lang leisten. Im Juni stehen neben den Gehältern für die rund 5000 Beschäftigten auch noch die Urlaubsgelder an.


Als möglicher Retter hat sich der Erzrivale Lutz in Stellung gebracht, der an einer Übernahme grundsätzlich interessiert ist. Ein Angebot wurde jedoch noch nicht gelegt. Ins Spiel brachte Lutz der Chef der Bundeswwettbewerbsbehörde (BWB), Theodor Thanner. Dieser sagte, eine Übernahme sei unter Auflagen denkbar.

"Wäre absolute Katastrophe"
In der Möbelbranche gehen seither die Wogen hoch. "Für die Möbelindustrie wäre das eine absolute Katastrophe", sagte Kollmann. Lutz ("XXXLutz", "Mömax", "Möbelix") und Kika/Leiner hätten gemeinsam rund 80 Prozent der Verkaufsflächen in Österreich inne. Die heimische Möbelindustrie exportiere kaum, vertreibe wenig direkt und sei auf den Möbelhandel angewiesen. Ikea fällt als Abnehmer nicht ins Gewicht, da die Schweden nur ihre eigenen Produkte verkaufen. Würden sich die zwei größten Händler zusammenschließen, würde der Druck auf die Industrie stark steigen.

Der Chef der Einkaufsverbände Garant und Wohnunion, Christian Wimmer, sagte dem "Standard", dass man dann eine Prüfung der Wettbewerbssituation beantragen würde. Die österreichische Möbelindustrie umfasst etwa 70 Firmen mit insgesamt 6000 Beschäftigten - darunter Ada, Joka, Ewe, Dan Küchen und Team7.




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Dokument erstellt am 2018-06-07 14:04:12


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