Wien. (kle/apa) Die auf Mautsysteme spezialisierte Firma Kapsch TrafficCom hat im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende März) mehr erlöst, unter dem Strich aber vor allem aufgrund von Währungsverlusten um ein Drittel weniger verdient als im Jahr davor. Während die Umsätze um fast sieben Prozent auf 693,3 Millionen Euro zulegten, sank der Nettogewinn von 42,7 auf 28,0 Millionen Euro. Da das börsennotierte Wiener Unternehmen für die weitere Zukunft keine nachhaltige Ergebnisschwächung erwartet, soll eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro je Aktie gezahlt werden.

Bei der Bilanzpräsentation am Montag betonte Firmenchef Georg Kapsch, dass Kapsch TrafficCom in den vergangenen Jahren breiter aufgestellt worden sei. "Wir sind nicht mehr so stark von wenigen Großprojekten abhängig." In der Tschechischen Republik ist ein Auftrag nach Einsprüchen zur Vergabe zwar noch nicht ganz verloren, "aber vor zehn Jahren wäre der Verlust eines so großen Auftrags noch ans Eingemachte gegangen", so Kapsch. Der potenzielle Verlust des Betriebs eines elektronischen Lkw-Mautsystems in Tschechien schmerze dennoch. Auch in Polen läuft ein Auftrag mit November aus, das dortige Mautsystem wird dann verstaatlicht. Hier sieht Kapsch aber noch Möglichkeiten weiter zuzuliefern.

Umsatzstarke Sambia-Order

Dass sich in Europa eine "Tendenz zur Renationalisierung" zeige, ist laut Kapsch, der auch Chef der Industriellenvereinigung ist, "eine gesellschafts- und wirtschaftspolitische Katastrophe für den Kontinent - darunter leiden auch wir". Wo es Renationalisierungen gebe, versuche man jedenfalls, Lösungen mit den Ländern zu finden.

Als Beispiele für die "vielen kleineren und mittleren Aufträge", die zuletzt hereingekommen sind, führte Kapsch Aufträge in Sambia (Afrika), Maryland (USA) und Bulgarien an. In Sambia etwa beginnt für die Firma in wenigen Wochen eine landesweite Konzession für Verkehrsüberwachung, Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen sowie die Registrierung von Fahrzeugen. Dabei handelt es sich um ein Joint-Venture mit einem lokalen Partner. Der erwartete Umsatz liegt bei jährlich 90 bis 110 Millionen Euro.

"Afrika ist ein kommender Kontinent" und so wie die USA ein Zukunftsmarkt, sagte Kapsch weiter. Im Geschäftsjahr 2018/19 will er den Umsatz und den Betriebsgewinn (Ebit) im Konzern um jeweils zehn Prozent steigern.