• vom 19.06.2018, 16:27 Uhr

Österreich

Update: 19.06.2018, 16:46 Uhr

Kapitalmarkt

Wiener Börse ist für neues KMU-Segment bereit




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  • "Regulatorische Öffnung" voraussichtlich im Herbst - Börse sieht sich für Start-ups ungeeignet.

Das Management der Wiener Börse AG (im Bild der Sitz in der Wiener Wallnerstraße) wünscht sich eine Fortsetzung des Privatisierungsprozesses als Impuls für den heimischen Kapitalmarkt. - © Wiener Börse

Das Management der Wiener Börse AG (im Bild der Sitz in der Wiener Wallnerstraße) wünscht sich eine Fortsetzung des Privatisierungsprozesses als Impuls für den heimischen Kapitalmarkt. © Wiener Börse

Wien. (kle) Geht es nach Finanzminister Hartwig Löger, sollen die Hürden für heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) für ein Listing an der Wiener Börse künftig niedriger sein. Dabei ist die Wiedereinführung des "Dritten Marktes" für österreichische Unternehmen geplant. In Vorbereitung darauf hat die Wiener Börse mittlerweile ein Konzept für zwei neue Marktsegmente - "direct market" und "direct market plus" - ausgearbeitet. Die beiden KMU-Segmente seien jedenfalls startklar. "Wir könnten sie jederzeit ausrollen", erklärte Börsenchef Christoph Boschan am Dienstag in der Jahrespressekonferenz. Mit Blick auf den Gesetzgeber warte man nun auf die "regulatorische Öffnung", die aller Voraussicht nach im Herbst erfolgen werde.

Boschan begrüßt Lögers Pläne, hiesigen KMU den Börsenzugang zu erleichtern: "Jungunternehmen und der österreichische Mittelstand bekommen damit eine Entwicklungsmöglichkeit am heimischen Kapitalmarkt." Nicht zuständig sieht er Wiens Börse aber für den Start-up-Bereich. "Die Börse ist der Teil des Kapitalmarktes, der transparent stattfindet, der für entwickelte Unternehmen stattfindet und sicherlich nicht für Start-ups geeignet ist", betonte Boschan. Das Risikopotenzial bei Start-ups sei "um eine Zehnerpotenz" höher als im Börsenbereich.


Wunsch nach PrivatisierungenBoschan hofft, dass die neue Regierung in Zukunft noch weitere Schritte setzt, um die Entwicklung des heimischen Börsenplatzes zu fördern. Konkret denkt der Manager dabei unter anderem an eine Fortsetzung des Privatisierungsprozesses in Österreich, wobei es "eher um Landesvermögen, nicht so sehr um Bundesvermögen" ginge. Eine einfach und rasch umsetzbare Maßnahme wäre aus seiner Sicht das Herbeiführen eines größeren Streubesitzes bei teilstaatlichen Firmen wie der OMV oder der Telekom Austria, die bereits an der Börse notieren. Die öffentliche Hand könne Staatsinteressen durchaus auch dann wahrnehmen, wenn sie sich bei den Beteiligungen auf eine Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) zurückziehe.

Wirtschaftlich war die Wiener Börse, die zu 52 Prozent heimischen Banken und zu 48 Prozent den dort gelisteten Unternehmen, den sogenannten Emittenten, gehört, zuletzt gut unterwegs. 2017 erwirtschaftete sie mit 28,1 Millionen Euro einen Vorsteuergewinn, der den Wert vom Jahr davor um 10,4 Prozent übertraf.

Zweiprozentiges UmsatzplusDer Umsatz der Wiener Börse AG lag bei 48,9 Millionen Euro - ein Plus von 2,3 Prozent. Größter Ertragstreiber seien die Umsätze im Aktienhandel gewesen, die im abgelaufenen Jahr um ein Fünftel auf 66,1 Milliarden Euro zugelegt hätten, wie es hieß.

Gut lief es auch für die Holding der Wiener Börse, die CEESEG AG, zu deren Portfolio auch die Beteiligung an der Börse Prag gehört. Sie erzielte mit 33,9 Millionen Euro ein stabiles operatives Ergebnis. Per Ende 2017 waren im Konzernverbund insgesamt 174 Mitarbeiter beschäftigt.

Unterdessen hat Wiens Börse seit Dienstag zwei neue Krypto-Indizes im Angebot. Ihnen liegen wichtige Krypto-Währungen zugrunde. Zur Berücksichtigung der jeweiligen Währungen in den Indizes sagte Boschan: "Wir verlangen, dass sie an mindestens zwei Handelsplattformen gelistet sind, und wir schließen jede Kryptowährung aus, die sich nicht transparent macht."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-19 16:34:30
Letzte Änderung am 2018-06-19 16:46:32


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