Wien. Der Umbruch im österreichischen Bankensektor dauert an. Während digitale Kanäle im Vormarsch sind, hat sich die Zahl der Bankfilialen weiter reduziert. Per Ende 2017 gab es 3775 Filialen, nach 3926 im Jahr davor. Die Zahl der Beschäftigten ist seit Jahren rückläufig. Laut Nationalbank (OeNB) gab es Ende 2017 im Bankensektor 73.712 Beschäftigte, nach 74.543 per Jahresende 2016.

Das Geschäft findet zunehmend im Internet und am Smartphone statt. Die Bankfiliale habe dennoch Zukunft, sagte der Präsident des österreichischen Bankenverbandes und Bank-Austria-Chef Robert Zadrazil am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Gut ein Drittel der Menschen besuche für alltägliche Bankgeschäfte noch ausschließlich die Filiale, berief sich Zadrazil auf aktuelle Umfragen. Prognosen zeigten aber, dass in fünf Jahren 50 Prozent der Bevölkerung ihre alltäglichen Bankgeschäfte via Mobile-Banking erledigen werden.

Die Branche wird in den nächsten Jahren Milliarden in Innovationen, IT und Infrastruktur investieren. Fintechs seien dabei "hochinteressante Partner" für Banken, so Zadrazil.

Ärgernis Bankomatgebühren

Ein Dorn im Auge ist der Bankenbranche das Thema Bankomatgebühren. Seit 13. Jänner dürfen Banken ihren Kunden für Barabhebungen mit der Bankomatkarte nur noch in Ausnahmefällen etwas verrechnen. Die Kreditinstitute wehren sich dagegen. Insbesondere ärgert es sie, dass sie seit Jahresbeginn von Drittanbietern verrechnete Bankomatgebühren übernehmen müssen, zum Beispiel vom unabhängigen Betreiber Euronet.

Die Hoffnung der Branche ruht nun auf den Höchstrichtern. Der Verfassungsgerichtshof wird am kommenden Dienstag öffentlich das Thema Bankomatgebühren verhandeln. Wann hierzu eine endgültige Entscheidung fällt, ist aber nicht klar. In Österreich gibt es derzeit mehr als 8700 Bankomaten, 7350 davon werden von österreichischen Bankinstituten betrieben.