• vom 02.07.2018, 16:51 Uhr

Österreich


Immobilienbranche

Immofinanz kassiert mit CA-Immo-Exit 758 Millionen




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Von Karl Leban

  • US-Investor Starwood kauft Aktienpaket und kommt bei CA Immo damit doch noch zum Zug.

Immofinanz-Chef Oliver Schumy hat am Montag weitere Aktienrückkäufe angekündigt. - © apa/Schlager

Immofinanz-Chef Oliver Schumy hat am Montag weitere Aktienrückkäufe angekündigt. © apa/Schlager



Wien. Vor gut zwei Jahren hat sich die Immofinanz bei ihrer Konkurrentin CA Immo groß eingekauft. Daran hätte sich in der Folge eine Fusion der beiden größten heimischen Immobilienfirmen anschließen sollen. Doch nach langem Hin und Her hat die Immofinanz das Projekt abgeblasen. Im April verkündete sie dann, dass sie einen Käufer für ihr CA-Immo-Aktienpaket suche. Nun ist die Immofinanz fündig geworden. Wie das börsennotierte Unternehmen am Montag mitteilte, erwirbt der US-Investor Starwood Capital den 26-Prozent-Anteil an der CA Immo um knapp 758 Millionen Euro. Dieser Preis entspricht 29,50 Euro pro Aktie, was zirka zwei Prozent über dem aktuellen Börsenkurs der CA Immo liegt und in der Nähe ihres Allzeithochs.

Durch den Verkauf, dessen formalrechtlicher Abschluss (Closing) noch im laufenden dritten Quartal erwartet wird, lukriert die Immofinanz unter dem Strich einen Gewinn von rund 184 Millionen Euro (darin eingerechnet sind auch Dividenden). Den innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren erzielten "Return on Investment" beziffert sie mit insgesamt rund 30 Prozent. Gekauft hatte die Immofinanz das CA-Immo-Paket im April 2016 für rund 604 Millionen Euro oder 23,50 Euro je Aktie. Das Paket, das nun an Starwood geht, umfasste mehr als 25,69 Millionen Stück Inhaberaktien und vier Namensaktien, mit denen Entsenderechte in den CA-Immo-Aufsichtsrat verbunden sind.


Netto spült der Verkauf knapp 508 Millionen Euro in die Kassen der Immofinanz. Zwar werden in Summe rund 758 Millionen Euro erlöst, die Rückzahlung einer mit dem CA-Immo-Einstieg in Zusammenhang stehenden Finanzierung reduziert diesen Betrag aber um 250 Millionen.

Ein Teil der zufließenden Mittel soll nun in den weiteren Rückkauf eigener Aktien gesteckt werden. Dabei sei geplant, bis zu 9,7 Millionen Stück - entspricht 8,66 Prozent der ausstehenden Immofinanz-Aktien - zu erwerben, wie Firmenchef Oliver Schumy in einer Aussendung ankündigte. Offiziell soll der Rückkauf bereits am 16. Juli gestartet werden. Die Dividende für heuer soll indes mit 80 Cent je Aktie unverändert bleiben.

Immofinanz-Aktie legt zuAn der Wiener Börse kamen die jüngsten Nachrichten der Immofinanz gut an. In einem schwachen Umfeld stieg die Immofinanz-Aktie am Montag um bis zu 3,6 Prozent auf 21,14 Euro. Fester - mit einem Plus von bis zu 1,6 Prozent auf 29,00 Euro - zeigte sich auch der Aktienkurs der CA Immo.

Für Starwood bedeutet die dortige Ablöse der Immofinanz als größte Einzelaktionärin, dass der geplante Großeinstieg in die österreichische Immobilienbranche doch noch gelungen ist. Wie berichtet, hatten die Amerikaner im Frühjahr ein öffentliches Kaufangebot für bis zu 26 Prozent bei CA Immo und bis zu 5 Prozent bei Immofinanz gemacht. Ihr Offert war von deren Aktionären aber als zu niedrig eingestuft worden, weshalb sie bei CA Immo nur 0,16 Prozent und bei Immofinanz 0,21 Prozent angedient bekamen.

Starwood ist vor allem auf Immobilien spezialisiert, aber auch auf Energie-Infrastruktur sowie Öl und Gas. Das 1991 gegründete Investmenthaus hat rund 3800 Mitarbeiter. Derzeit verwaltet es ein Vermögen von rund 56 Milliarden Dollar. In Europa ist der US-Fonds seit Mitte der 1990er Jahre aktiv. Vor allem Österreich, Deutschland und Osteuropa hält er für "attraktive Märkte".




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Dokument erstellt am 2018-07-02 16:58:51


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