• vom 09.07.2018, 22:03 Uhr

Österreich


Medikamente

Studie bescheinigt Österreichs Pharmamarkt kräftiges Wachstum




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  • Neue Geschäftsmodelle durch Digitalisierung: Umsätze werden sich bis 2030 fast verdoppeln.

- © monropic/stock.adobe.com

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Wien. (kle) Nach Einschätzung der Beraterfirma EY (vormals Ernst & Young) wird sich Österreichs Pharmamarkt bis 2030 von 2,9 Milliarden auf 5,2 Milliarden Euro Umsatz fast verdoppeln. Wie EY in einer aktuellen Studie weiter festhält, könnte sich der Bereich Gesundheits-IT im selben Zeitraum sogar verdreifachen - von rund 700 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro.

"Selbst in gesättigten Märkten wie den deutschsprachigen Ländern Österreich, Deutschland und Schweiz (DACH-Region) liegt noch erhebliches Potenzial für die Pharmabranche", betonen die EY-Berater. Aus ihrer Sicht ermöglicht die Digitalisierung "ganz neue Ökosysteme und Geschäftsmodelle im Gesundheitsmarkt". Für die Studie "From Participants to Principals" hat EY die Entwicklung des Gesundheitsmarkts in der DACH-Region unter der Lupe genommen.


EY erwartet, dass die klassischen Pharmaverkäufe auch 2030 den größten Teil des Marktes ausmachen werden. Der Studie zufolge werden sie in Österreich voraussichtlich von 1,8 auf 2,6 Milliarden Euro steigen. Der Anteil der Gesundheits-IT-Lösungen am Gesamtmarkt werde allerdings noch deutlicher zunehmen und 2030 ein "ähnliches Niveau wie klassische Pharmaverkäufe" erreichen, so EY. Der Lizenzmarkt als dritte Säule des Pharmamarktes werde nur leicht - von knapp 400 auf 500 Millionen Euro - steigen.

Mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung geht EY davon aus, dass es die Pharmakonzerne immer mehr mit neuen Marktteilnehmern zu tun haben werden. Konkret wird erwartet, dass sogenannte Life-Science-Start-ups bis zum Jahr 2030 zwischen 30 und 45 Prozent des deutschsprachigen Marktes übernehmen.

Umsatzsprünge bei Blockbustern
Dass sich Pharmaunternehmen auf ein zunehmend schwierigeres Marktumfeld einstellen müssen, zeigt auch die EY-Analyse der Finanzkennzahlen der 21 größten Pharmakonzerne der Welt. Demnach sinken die Gewinnspannen, während die größten Umsatzbringer weiter wachsen - Wirkstoffe gegen Krebs und Blockbuster-Medikamente (erfolgreiche Medikamente, die einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar erzielen). 40 Prozent der aktuell in Entwicklung befindlichen Wirkstoffe seien Krebsmedikamente. Bereits 2017 setzte die Pharmabranche damit fast jeden dritten Euro um: Die Umsätze im Bereich Onkologie wuchsen von 130,1 auf 137,4 Milliarden Euro.

Gleichzeitig stiegen auch die Umsätze mit Blockbustern deutlich stärker als die Gesamtumsätze: Während die Top-21-Pharmakonzerne 2017 insgesamt 447,5 Milliarden Euro Umsatz und damit nur 0,4 Prozent mehr als im Jahr davor generierten, stieg der Blockbuster-Umsatz um fünf Prozent auf 268,6 Milliarden Euro. Damit stieg der Blockbuster-Anteil an den Gesamtumsätzen um 1,5 Prozentpunkte auf 60 Prozent. Der kumulierte operative Gewinn der 21 größten Pharmakonzerne sank im Vorjahr um 2,4 Prozent auf 151,3 Milliarden Euro.




Schlagwörter

Medikamente, Pharmabranche, Studie, EY

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Dokument erstellt am 2018-07-09 16:13:52


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