• vom 09.07.2018, 19:45 Uhr

Österreich

Update: 09.07.2018, 20:29 Uhr

Signa

Kika/Leiner-Deal durch









  • Wettbewerbsbehörde genehmigt Kika/Leiner-Verkauf an Rene Benkos Signa-Gruppe.

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Wien/St.Pölten. (dg) Der Kauf der Möbelkette Kika/Leiner durch die Tiroler Immobiliengruppe Signa des Immobilieninvestors Rene Benko ist durch. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat das am Montag, vor Ablauf der gesetzlichen Frist, bekanntgegeben. Dass es letzten Endes so schnell ging, begründete BWB-Chef Theodor Thanner mit der "Dringlichkeit" des Begehrens. Man habe so verhindert, dass Kika und Leiner vom Markt verschwinden.

"Der Zusammenschluss führt zu keinen wettbewerbsrechtlichen Bedenken", so Thanner. Rund 600 Millionen Euro hat sich die Signa-Gruppe den Deal kosten lassen; 490 Millionen für die Immobilien und weitere 100 Millionen für den Sanierungsplan. Die Signa wird damit alleinige Eigentümerin der Möbelkette.


Die Kaufverträge wurden Mitte Juni unterzeichnet. Die ehemalige Kika/Leiner-Mutter, Steinhoff, steckt im Zuge eines Bilanzskandals in einer tiefen Krise. Die Bilanzen der Geschäftsjahre 2015 und 2016 des weltweit zweitgrößten Möbelhändlers könnten gefälscht worden sein. Nach dem Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten ist die Steinhoff-Aktie massiv abgestürzt. Die Krise hatte auch die Österreich-Töchter Kika und Leiner erfasst.

Benko hatte schon im Vorjahr den Leiner-Standort in der Mariahilfer Straße in Wien erworben, um kolportierte 50 bis 70 Millionen Euro. Mit der Übernahme der ganzen Handelskette wird Signa nun der zweitgrößte Möbelhändler Österreichs und kontrolliert ein Fünftel des Marktes. Auf Platz eins ist die XXXLutz-Gruppe mit 28,9 Prozent Marktanteil, auf Platz drei Ikea mit 15,5 Prozent. Mit dem Deal mischt Rene Benko auch im heimischen Handel mit.

Zur Signa Gruppe gehören die Immobiliensparte Signa Real Estate, die zahlreiche Immobilien in Top-Lage hält. Und die Signa Retail, zu der neben Kika/Leiner auch die deutschen Handelsketten Karstadt und KaDeWe gehören. Mit der jüngsten Übernahme beschäftigt die Signa Retail um die 25.000 Mitarbeiter.

"Durch diese Transaktion sichert Signa die Fortführung des Traditionsunternehmens Kika/Leiner und sorgt für eine österreichische Lösung", heißt es in der Presseaussendung zur Übernahme. Was das genau für den Fortbestand der 68 Filialen bedeutet, war auf Anfrage der "Wiener Zeitung" nicht zu erfahren. Dem Vernehmen nach soll bis Ende Juli ein Sanierungsplan erarbeitet werden.

Die Sanierer sind Signa-Retail-Chairman Dieter Berninghaus, ehemals bei Rewe, und Karstad-Chef Stephan Fenderl. Wie so ein Sanierungsplan aussehen könnte, zeigt ein Blick in die jüngere Signa-Geschichte. Ab 2012 hat die Gruppe in mehreren Schritten die deutsche Handelskette Karstadt und das Kaufhaus KaDeWe erworben. Bei der Übernahme war die Karstadt-Gruppe höchst defizitär.

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Schlagwörter

Signa, Rene Benko, Kika/Leiner

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-09 17:55:56
Letzte Änderung am 2018-07-09 20:29:35


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