• vom 10.07.2018, 16:46 Uhr

Österreich

Update: 10.07.2018, 16:56 Uhr

Kfz-Handel

Autos mit Dieselmotor verkaufen sich immer schlechter




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  • Der Abgasskandal verunsichert viele Konsumenten und treibt sie vor allem zu Benzinern.


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Wien. (kle/apa) Der Diesel-Abgasskandal und die Debatte um mögliche Fahrverbote hinterlassen in Österreich deutliche Spuren. Während die Neuzulassungen von Benzinern im ersten Halbjahr um 23,6 Prozent und damit um nahezu ein Viertel zulegten, gab es bei Diesel-Pkw gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einen scharfen Rückgang um 16 Prozent. Dies geht aus einer Aussendung der Statistik Austria vom Dienstag hervor.

In Summe sind von Jänner bis Ende Juni 192.861 Pkw neu zum Verkehr zugelassen worden (plus 3,4 Prozent). Neben benzinbetriebenen Autos haben auch Pkw mit Alternativantrieben weiter zugelegt. Hier stieg die Zahl der Neuzulassungen um 23,7 Prozent - ausgehend freilich von noch niedrigem Niveau. Auf E-Autos entfiel in der ersten Jahreshälfte ein Zuwachs von 15,3 Prozent, bei Benzin-Hybridantrieben war es sogar ein Plus von 20 Prozent.


Der Anteil der Benziner an den Pkw-Neuzulassungen lag im Halbjahr bei 54,1 Prozent. Bei Dieselfahrzeugen belief er sich auf 41,5 Prozent. Bei den alternativ betriebenen Pkw (Elektro, Erdgas, bivalenter Antrieb und kombinierter/Hybridantrieb) betrug der Anteil 4,4 Prozent.

Viel Ärger bei Dieselklägern


© M. Hirsch © M. Hirsch

Auch wenn VW im ersten Halbjahr trotz Dieselaffäre erneut Spitzenreiter bei den Neuzulassungen war (siehe Grafik): Der Frust jener VW-Kunden, die vom Abgasskandal betroffen sind, ist groß. Nach dem Software-Update seien der Verschleiß und der Treibstoffverbrauch höher, die Leistung jedoch geringer. Dies berichtete die private Sammelklage-Plattform Cobin Claims am Dienstag unter Berufung auf eine Umfrage unter angemeldeten Klägern. Auf die Frage "Der Wagen funktioniert nicht mehr so gut wie vor dem Update?" antworteten demnach 51 Prozent: "Er funktioniert nicht mehr ganz so gut wie früher." Und 16 Prozent sagten: "Ich habe mich sehr geärgert, der Wagen funktioniert viel schlechter als früher." 22 Prozent erklärten: "Ich habe keinerlei Probleme - alles wunderbar." Elf Prozent machten keine Angabe. An der Umfrage beteiligten sich 453 Sammelaktion-Teilnehmer. Sechs Prozent erklärten, das Software-Update zu verweigern. 30 Prozent mussten wegen des Updates mehr als einmal in die Werkstatt.

Von 18 Umfrage-Teilnehmern, die ihr Auto verkauft haben, gaben 16 an, einen geringeren Preis erhalten zu haben. Die Anwälte von Cobin Claims rechnen damit, dass sich der Preisverfall von Diesel-Pkw am Gebrauchtwagenmarkt aufgrund der Abgasaffäre in den nächsten Jahren noch beschleunigen könnte. Ein Fahrverbot in Städten etwa würde den Wertverlust deutlich erhöhen.

Bisher haben rund 3200 Betroffene 3300 Fahrzeuge bei Cobin Claims angemeldet. Eine Teilnahme an der Sammelaktion gegen VW ist bis 15. August möglich. Am 18. September verjähren die Schadenersatzansprüche.

Cobin Claims macht pro Auto einen Schaden von 15 bis 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises geltend - zirka 5000 Euro. Abzüglich des Erfolgshonorars für den Prozessfinanzierer Calunius geht Cobin Claims davon aus, dass pro Fahrzeug mindestens 2000 Euro für die Kläger übrig bleiben. Im Fall einer Niederlage vor Gericht entstehen den Teilnehmern keine Kosten. Eine ähnliche Sammelaktion gibt es vom Verein für Konsumenteninformation.




Schlagwörter

Kfz-Handel, Halbjahr, Statistik

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-10 16:52:55
Letzte Änderung am 2018-07-10 16:56:37


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