• vom 26.07.2018, 07:00 Uhr

Österreich


Steinbruch

Wo der Sand herkommt




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Stoße man auf festen Felsen, werde gesprengt, führen Bauer und Wiederhold weiter aus. Das so freigelegte Gesteinsmaterial wird in einer Vorbrechanlage zerkleinert. Im nächsten Schritt kommt dann eine Brechmaschine zum Einsatz, die man sich wie eine Waschmaschine vorstellen kann. Nur werden die Steine nicht gewaschen, sondern zerbrochen.

Wir fahren nun mit dem Jeep vorbei an den riesigen Hügeln aus kleinen Steinen, die durch den letzten Brechschritt entstanden sind. Es ist eine surreale Landschaft, die an Wüstengegenden erinnert. Daneben immer wieder eine große Maschine: Ein Radlader, ein Bagger oder ein Lkw. Irgendwie müssen die Massen transportiert werden.

Geht auch Österreich
der Sand aus?

Im letzten Produktionsschritt kommt das Material in verschiedene Siebmaschinen. Dadurch entstehen unterschiedlichste Größen - von größeren Steinen bis zum hauchdünnen Sand benötigt die Bauwirtschaft die verschiedensten Produkte. Diese werden in mehreren Boxen gelagert, je nach Wunsch automatisch zusammengemischt und direkt in die Lkw verladen. Aus dem Steinbruch in Bad Deutsch-Altenburg geht gut die Hälfte der Produktion in die Asphaltindustrie. Ein Teil wird als Untergrund im Straßenbau verwendet. Etwas minderwertigeres Material wird für den Bau von Windparks oder OMV-Bohrplätzen genutzt.

"Wir sind immer auch bei neuen und innovativen Produkten dabei", sagt Florian Bauer. Grundsätzlich mutet die Arbeit auf dem Steinbruch archaisch an, dabei ist sie durchaus innovativ. Beispielsweise werden Sondermischungen für Rasenflächen entwickelt, damit das Wasser besser abfließen kann. Diese Mischungen für nicht versiegelte Oberflächen kamen unter anderem im Wiener Krankenhaus Nord oder beim Bau der Wirtschaftsuniversität Wien zum Einsatz. Außerdem bestehen Entwässerungsanlagen für Autobahnen aus solchen speziellen Innovationen. Und die wenigsten wissen, dass aus Sand auch Naturdünger hergestellt werden kann.

Jeder Österreicher konsumiert laut aktuellen Statistiken jährlich 10 bis 12 Tonnen Baurohstoffe (an denen Sand einen großen Anteil hat). "Die Auftragslage, die stark von der Konjunktur abhängt, ist dementsprechend recht gut", erklärt Franz Schalko. Seit 1960 hat sich laut dem österreichischen Ressourcennutzungsbericht von 2015 der Verbrauch von nicht-metallischen Baurohstoffen mehr als verdoppelt - auf gut 100 Millionen Tonnen jährlich.

Doch der Abbau von Rohstoffen wie Kies und Sand steht oftmals in Konkurrenz zu anderen Nutzungsmöglichkeiten. Geht auch Österreich der Sand aus? Die Antwort darauf lautet aus geologischer Sicht: Nein. Es gebe mehr als genug Vorkommen, sagt das Forum Rohstoffe. Der Zugang dazu wird aber immer schwieriger.

Auf der anderen Seite Österreichs, in Schnepfau im Bregenzerwald (Vorarlberg), zeigte sich im Vorjahr sehr konkret, wie diese unterschiedlichen Interessen aufeinanderprallen und zu einer Verknappung der Ressource Sand führen können. Die Firma Rüf wollte zur Sicherung des regionalen Bedarfes eine Kiesgrube am Fuße des Hausberges der Region, der Kanisfluh, errichten. Dies führte sofort zu einem Aufschrei in der Bevölkerung. Eine breite Basis machte mit einer Petition und sogar einem eigens komponierten Lied mobil gegen die "Landschaftswunde, die unserem Hausberg zugefügt werden soll". Das Projekt wurde auf Eis gelegt.

Der Konflikt mit der Bevölkerung "liegt darin begründet, dass die Bevölkerung zum einen die Vorteile nicht sieht und zum anderen allgemein sensibler wird", sagt Franz Schalko. Letztlich ist für Florian Bauer "Bergbau immer ein Einschnitt in die Natur und Lärm, Staub sowie Erschütterungen nie ganz vermeidbar." Der Steinbruch Hollitzer hat jedenfalls noch für die nächsten Jahrzehnte genügend Rohstoffe zur Verfügung. Der Steinbruch in Bad Deutsch-Altenburg wird also nicht so bald versanden.

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Schlagwörter

Steinbruch, Sand, Rohstoff, Hollitzer

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Dokument erstellt am 2018-07-25 16:41:12


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