• vom 26.07.2018, 16:11 Uhr

Österreich

Update: 26.07.2018, 16:57 Uhr

Einzelhandel

Nachlassende Dynamik im Handel




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  • Nominell sind die Umsätze im Halbjahr zwar um 1,3 Prozent gestiegen, preisbereinigt sind sie aber um 0,6 Prozent geschrumpft.

Wien. (apa/kle) Nach einem Aufschwung im Vorjahr hat sich die Dynamik im stationären Einzelhandel im ersten Halbjahr 2018 etwas abgeschwächt. "Die Erwartungen sind nicht ganz eingetreten", sagte Handelsobmann Peter Buchmüller am Donnerstag. Der Handel steigerte die Umsätze im Halbjahr nominell um 1,3 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro. Preisbereinigt war das aber ein Minus von 0,6 Prozent.

Es sei ein "turbulentes" Halbjahr gewesen, in dem sich alle Monate unterschiedlich entwickelt hätten, sagte Buchmüller in einer Pressekonferenz. Nach einem sehr guten Start im Jänner hatte der stationäre Einzelhandel im Februar ein Umsatzminus. Das frühe Ostergeschäft bescherte dann hohe Umsatzzuwächse im März, indes gab es im April nur ein knappes Plus. Der Mai entwickelte sich wetterbedingt schwächer und hatte zwei Einkaufstage weniger als 2017. Dieses Umsatzminus konnte jedoch im Juni mit einem hohen Plus wieder gut gemacht werden.

Baumärkte mit größtem Plus

Am stärksten stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf mit nominell plus 4,5 Prozent, gefolgt von Sportartikelgeschäften (plus 2,7 Prozent) und Lebensmittelhändlern (plus 2,5 Prozent). Die Bekleidungsbranche war hingegen mit einem Umsatzminus von 0,8 Prozent konfrontiert - wegen der "kalten Witterung" im ersten Quartal. Der Spielwarenbranche (minus 2,2 Prozent) sowie den Elektrohändlern (minus 2,0 Prozent) machte das Online-Geschäft zu schaffen.

Für das Gesamtjahr 2018 rechnet Buchmüller mit einem nominellen Umsatzplus von mehr als einem Prozent. Die Unternehmen selbst schätzen ihre Zukunft besser ein: Nur drei Prozent erwarten künftig Umsatzrückgänge, 79 Prozent rechnen mit einem stabilen Geschäftsverlauf. 18 Prozent gehen von Steigerungen aus.

Beschäftigung steigt weiter

Dank des aktuellen Konjunkturhochs stieg die Zahl der Einzelhandelsbeschäftigten im Halbjahr um 1,2 Prozent oder rund 4000 Mitarbeiter - und damit stärker als in den Jahren 2015 bis 2017, in denen die Beschäftigungszuwächse jeweils unter einem Prozent lagen. Der Zuwachs im Halbjahr sei nicht nur auf geringfügig Beschäftigte zurückzuführen - diese seien sogar rückläufig gewesen -, sondern auf Vollzeit- und Teilzeitstellen, sagte Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer. Insgesamt beschäftigt der Einzelhandel rund 333.500 Personen.

Gelassen sieht Buchmüller der Herbstlohnrunde gelassen, wenngleich er einräumte, dass es diesmal wohl etwas turbulenter als sonst zugehen könnte. Der Zwölf-Stunden-Tag spiele im Handel aber nur etwa im Außendienst oder im Großhandel eine Rolle, "Wir werden die Kollektivvertragsverhandlungen sachlich beginnen und zu einem vernünftigen Ergebnis kommen", ist Buchmüller überzeugt.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-26 16:20:09
Letzte Änderung am 2018-07-26 16:57:59


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