Wien. Rund 7,2 Mrd. Euro geben die Österreicher im Jahr im Internet-Einzelhandel aus. Mehr als die Hälfte der Einkäufe wird weiterhin bei ausländischen Anbietern getätigt, wie die "eCommerce Studie Österreich 2018" des Handelsverbandes und KMU Forschung Austria zeigt. Die Studie hat das Konsumentenverhalten im Distanzhandel im Zeitraum von Mai 2017 bis April 2018 analysiert.

Mittlerweile werden hierzulande mehr als 90 Prozent der Distanzhandelsausgaben online getätigt. Mit 7,2 Milliarden Euro liegen sie heuer auf Rekordniveau und sind im Vergleich zur Vorjahresperiode um rund 6 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der online getätigten Ausgaben fließt an ausländische Anbieter, während die Einkäufe bei heimischen Onlineshops weiter rückläufig sind, so die Studie.

Vor allem das Einkaufen via Smartphone wird immer beliebter. Rund ein Viertel der Österreicher kauft bereits über das Handy, die Ausgaben liegen bei etwa 640 Mio. Euro.

Insgesamt liegen die Ausgaben im in- und ausländischen Distanzhandel im heurigen Jahr bei rund 7,9 Mrd. Euro. Am häufigsten wurden Bekleidung (1,8 Mrd.), Elektrogeräte (1,1 Mrd.) und Bücher (0,7 Mrd.) gekauft.

Otto-Katalog hat ausgedient - letzte Ausgabe im Dezember

Der Otto-Katalog wird Geschichte. Der Versandhändler will den Hauptkatalog im Dezember mit dem Frühjahr-/Sommer-Sortiment 2019 zum letzten Mal verschicken. Das kündigte das Unternehmen am Montag in Hamburg an. Der einst dicke Wälzer pries seit 1950 Waren zur Bestellung an. Models wie Claudia Schiffer, Heidi Klum oder Gisele Bündchen zierten das Titelbild.

"Unsere Kunden haben den Katalog sukzessive selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen und schon längst auf unsere digitalen Angebote zugreifen", teilte Bereichsvorstand Marc Opelt mit. 95 Prozent der Kunden bestellten digital. Hierfür bietet Otto einen Internetauftritt sowie mobile Anwendungen, über die rund drei Millionen Produkte aufgerufen werden könnten. Der Hauptkatalog als Vertriebskanal spiele schon seit Jahren mit einem einstelligen Anteil am Gesamtumsatz von 2,95 Mrd. Euro eine untergeordnete Rolle für den Hamburger Versandhändler, teilte die Otto GmbH & Co KG mit.

Der erste Katalog, erschienen im ersten Jahr nach der Gründung des Versands, war noch handgebunden und hatte gerade mal eine Startauflage von 300 Stück. Auf 14 Seiten mit eingeklebten Fotos wurden 28 Paar Schuhe präsentiert. Unter dem Motto "Vertrauen gegen Vertrauen" führt Otto nach eigenem Bekunden als erster Versandhändler damals den Kauf auf Rechnung ein.