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Österreich

Update: 03.08.2018, 23:03 Uhr

Forschung

Medizin von morgen




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Von Wolfgang Liu Kuhn

  • Die Steiermark spielt in der Pharma- und Medizintechnik eine wesentliche Rolle. Ein führendes Forschungszentrum wird weiter ausgebaut.

Graz. Medizin auf Knopfdruck - das ist eine Vision, die in der Zukunft liegt. Denn bis ein Medikament fertig entwickelt ist, dauert es zwischen 12 und 13 Jahre, bei Entwicklungskosten zwischen 2 und 3 Milliarden Euro. Der Weg zum Medikament führt über viele Experimentreihen, was Geld und vor allem Zeit kostet. Zeit, die Patienten oft nicht haben.

In Graz wird daran gearbeitet, personalisierte Medikamente rascher auf den Markt zu bringen. Die Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH (RCPE) hat eine im vergangenen Jahr eröffnete Pilotfabrik mit Investitionen von rund 5 Millionen Euro erweitert. Mit einer neuen Maschine, einer "kontinuierlichen Pulververfahrensanlage" mit dem Namen Consigma CTL 25, können aus Pulver beschichtete Tabletten auch in Kleinmengen hergestellt werden.


"Mit der neuen Anlage und dem neuen Prozessraum können wir modernste Simulationen, neueste Sensoren und Formulierungen unverzüglich in der Praxis testen und auswerten", erklärt Johannes Khinast, wissenschaftlicher Leiter des RCPE. "Dadurch können Wirkstoffe und Medikamente schneller und sicherer entwickelt und hergestellt werden."

Konkret wird am RCPE nicht an den Wirkstoffen geforscht, sondern an der Verabreichungsform und der Anwendungsmethode. Der Fokus liegt auf Herstellungsverfahren für Tabletten und Kapseln und auf Plattformtechnologien. Es geht um die jeweilige Beschaffenheit der Medikamente.

Maßgeschneiderte Gestaltung
Ein Beispiel dafür sind "Glued Pills", Tabletten mit mehreren Wirkschichten, deren Herstellungsverfahren zusammen mit der steirischen Firma M&R Automation entwickelt wurde. Die geklebten Tabletten können in der Geriatrie eingesetzt werden, wenn Ärzte und Pflegepersonal auf besondere Bedürfnisse älterer Patienten wie Schluckbeschwerden oder auch Demenz reagieren müssen. Im Mittelpunkt steht die personalisierte Medizin, wobei die "Compliance" des Patienten die Schlüsselfunktion zu einer erfolgreichen Therapie darstellt. In der Geriatrie kann es unter Umständen zu Verwechslungen der Medikamente kommen, da Patienten oft an mehreren Erkrankungen leiden, etwa an Herz-Kreislauf Erkrankungen oder Diabetes.

Über- und Unterdosierungen führen wiederum zu komplexen Wechselwirkungen verschiedener Wirkstoffe. Mit einer maßgeschneiderten Gestaltung eines Präparats wird das Risiko von Nebeneffekten bei gleichzeitiger Erhöhung der Compliance verringert. Ähnliches gilt für die Kinderheilkunde, bei der die Optimierung von Wirkstoffmolekülen bei Inhalationspräparaten aufgrund des kleineren Lungenvolumens im Mittelpunkt steht.

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Forschung, Medizin

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Dokument erstellt am 2018-08-03 17:23:19
Letzte Änderung am 2018-08-03 23:03:04


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