• vom 16.08.2018, 16:07 Uhr

Österreich


Industrie

RHI Magnesita profitiert von US-Stahlzöllen




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  • Der österreichisch-brasilianische Konzern meldet einen Umsatz- und Gewinnsprung für das erste Halbjahr.

Wien. (apa/kle) Der Wiener Konzern RHI Magnesita, Hersteller feuerfester Produkte für industrielle Fertigungsprozesse (etwa in der Stahlbranche), hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Geschäft gemacht und gut verdient. Preiserhöhungen halfen dabei ebenso wie gestiegene Liefermengen. Profitieren konnte das an Londons Börse gelistete Unternehmen von den US-Strafzöllen auf Stahlimporte. Diese hätten zu einer höheren lokalen Produktion und damit zu mehr Magnesit-Importen geführt.

"Wir sind Gewinner des Zolls der Amerikaner auf importierten Stahl", sagte Vorstandschef Stefan Borgas am Donnerstag. RHI Magnesita kann in den USA nicht nur höhere Preise verlangen, weil es keine eigene Magnesit-Produktion im Land gibt, sondern profitiert auch davon, dass die US-Stahlhersteller zusätzliche Dienstleistungen mitkaufen. Solange es keinen echten Handelskrieg gibt, der die Stahlproduktion weltweit einbrechen lässt, sind die Aussichten für den österreichisch-brasilianischen Konzern gut.


Neue Firmenzentrale in Wien
Das erste Halbjahr sei jedenfalls "extrem zufriedenstellend gelaufen", so Borgas. Schon heuer werde es aus der im Herbst 2017 erfolgten Fusion von RHI und Magnesita Synergieeffekte in Höhe von 60 Millionen Euro geben, fast die Hälfte davon sei bereits verbucht. Das ursprüngliche Ziel von 70 Millionen Euro Synergieeffekten bis Ende 2020 sei daher auf 110 Millionen erhöht worden.

Für die erste Jahreshälfte 2018 weist RHI Magnesita einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: Der - pro forma errechnete - Vorjahreswert liegt bei 1,2 Milliarden Euro. Demnach wuchsen die Umsatzerlöse um 25 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) wird mit 229 Millionen Euro ausgewiesen (bereinigt 218 Millionen Euro). Bereinigt und vergleichbar gemacht kommt RHI Magnesita hier auf ein Plus von 88 Prozent.

Im Herbst wird die Firmenzentrale vom Wienerberg nach Meidling ins "Euro Plaza" übersiedelt. Weiterhin aufrecht ist das Projekt, die Magnesita von der brasilianischen Börse zu nehmen. Hier fehlen noch die behördlichen Genehmigungen. Das Delisting erwartet Borgas gegen Ende des Jahres.




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Dokument erstellt am 2018-08-16 16:18:01


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