Wien. (kle) Österreichs Immobilienmarkt prosperiert nach wie vor. Im ersten Halbjahr hat sowohl die Zahl der Immobilienverkäufe als auch der Wert der veräußerten Liegenschaften gegenüber den Rekorden der Jahre 2016 und 2017 noch einmal deutlich zugelegt. Wie der Maklerverbund Remax am Montag in einer Aussendung mitteilte, sind von Jänner bis Ende Juni landesweit insgesamt 64.901 Immobilien verbüchert worden - um 7,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

In Summe brachten es die Immobilien, die in der ersten Hälfte des heurigen Jahres in das Grundbuch eingetragen wurden, auf einen Verkaufswert von 15,6 Milliarden Euro, wie laut Remax aus den öffentlich zugänglichen Kaufverträgen ersichtlich ist. Die Steigerungsrate sei mit 12,5 Prozent (oder 1,7 Milliarden Euro) höher als im Vorjahr, aber moderat im Vergleich zu jener von 2016 und 2015 mit plus 21 respektive plus 31 Prozent.

Starke Wien-Lastigkeit

"Immobilien als Investition für den Eigenbedarf sind weiterhin sehr begehrt", wird Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer in der Aussendung zitiert. "Aber auch bei Anlegern erfreuen sich Immobilien mangels fehlender alternativer Geldanlagemöglichkeiten weiter großer Beliebtheit." Weitere Gründe für die aktuelle Lage am heimischen Immobilienmarkt seien eine Binnenwanderung aus weniger gut erschlossenen Alpentälern und aus Randlagen der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens in die städtischen Ballungszentren beziehungsweise deren Speckgürtel sowie der Zuzug vor allem aus Deutschland und anderen EU-Ländern. "Das Immobilienangebot ist nach wie vor gut, die Nachfrage hoch, das Zinsniveau historisch niedrig und die Grundstimmung in der Wirtschaft und der Bevölkerung positiv", erklärt Reikersdorfer. "Im Moment passen einfach alle wichtigen Voraussetzungen für einen gut florierenden Immobilienmarkt."

Regional betrachtet sind die Entwicklungen allerdings sehr unterschiedlich. "Kleinere Betrachtungsmengen ergeben immer größere Schwankungsbreiten, ein bekanntes Problem jeder Statistik", so Remax-Chef Anton Nenning. "Daher finden wir auch die größeren Preisausschläge in den Immobilienmärkten der kleineren Bundesländer." Deutlich ist freilich die starke Wien-Lastigkeit des österreichischen Immobilienmarkts. Neun der Top-10-Immobilienverkäufe erfolgten im ersten Halbjahr in Wien: die Nummer eins, zwei und fünf im Ranking jeweils in der Mariahilfer Straße mit Verkaufspreisen von 125 Millionen, 60 Millionen und 33,5 Millionen Euro. 48 Millionen Euro kostete ein Zinshaus in Wien-Landstraße und 39 Millionen Euro eine Liegenschaft in Wien 22.

Der Wertanteil der Wiener Immobilienkäufe am hiesigen Gesamtmarkt stieg im Halbjahr auf 31,9 Prozent. Dies ist mehr als die Immo-Investments in den Ländern Burgenland, Kärnten, Vorarlberg, Salzburg und Tirol zusammen.