Wien. (kle) Der Flughafen Wien, Österreichs größter Airport, rechnet für heuer mit einem Rekordsommer. "Im Juli konnten wir erstmals mehr als 100.000 Passagiere an einem Tag verzeichnen", berichtete Vorstand Julian Jäger am Dienstag. Optimistisch ist er auch für die gesamte zweite Jahreshälfte: "Zahlreiche neue Flugangebote wie eine neue Langstreckenverbindung nach Shenzen in China, neue Destinationen in Europa und mehrere Frequenzerweiterungen stehen bereits fest." Demnach erwartet Jäger für das Gesamtjahr 2018 ein Passagierplus von mindestens sechs Prozent am Standort Wien und eines von mehr als acht Prozent in der Gruppe (mit den beiden Airports Malta und Kosice).

Im ersten Halbjahr wuchs das Passagieraufkommen am Flughafen Wien um 5,5 Prozent auf gut 11,8 Millionen Reisende. In der Gruppe lag die Zahl der abgefertigten Passagiere mit 15,1 Millionen um 7,6 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Das relativ kräftige Verkehrswachstum hat beim Flughafen die Kassen klingeln lassen. Mit 373,5 Millionen Euro fielen die Umsätze in den ersten sechs Monaten des Jahres um 4,5 Prozent höher aus als in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich verbuchte das börsennotierte Unternehmen einen um mehr als ein Fünftel gestiegenen Gewinn von 72,4 Millionen Euro.

- © M. Hirsch
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Heuer rund 2500 neue Jobs

Die Jahresprognose für den Nettogewinn hat Jägers Vorstandskollege Günther Ofner am Dienstag in einer Aussendung bekräftigt. Er stellt nach wie vor "über 148 Millionen Euro" in Aussicht und damit deutlich mehr als 2017 (126,9 Millionen Euro). Beim Umsatz wird eine Steigerung von 753,2 Millionen auf "mehr als 770 Millionen Euro" erwartet.

Unterdessen wird der Flughafen-Standort selbst immer größer. "Anfang Oktober eröffnet das neue Gesundheitszentrum am Standort, DHL errichtet einen Logistik-Campus und durch neue Airline-Basen und Betriebsansiedlungen entstehen 2018 rund 2500 neue Jobs in der Airport City und der Airport Region", so Ofner.

Investiert hat der Flughafen im ersten Halbjahr fast 92 Millionen Euro. Der größte Brocken davon entfiel mit 56,8 Millionen Euro auf eine Zahlung an den Umweltfonds im Zusammenhang mit der 3. Piste. Weitere Investitionen betrafen unter anderem Terminalentwicklungsprojekte und den Office Park 4.

Zu 40 Prozent australisch

An der Börse stieg der Kurs der Flughafen-Aktie am Dienstag um bis zu 2,3 Prozent auf 33,10 Euro. Größter Einzelaktionär der Flughafen Wien AG ist der australische Pensionsfonds IMF, der über eine Tochter - Airports Group Europe - 39,8 Prozent der Anteile hält. Mit je 20 Prozent sind auch die beiden Länder Wien und Niederösterreich beteiligt, 10 Prozent gehören der Flughafen-Mitarbeiterstiftung, und 10,2 Prozent der Anteile sind breit im Börsenpublikum gestreut.