• vom 29.08.2018, 19:15 Uhr

Österreich


Finanzbranche

Chinesischer Bankriese macht sich in Wien breit




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  • Die ICBC, das größte Geldhaus der Welt, hatnun eine Banklizenz für Österreich.

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Wien/Frankfurt. (kle/apa) Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), gemessen an der Bilanzsumme Chinas größte Bank und gleichzeitig auch die größte der Welt, wird in Kürze mit einer eigenen Tochterbank und einer Zweigstelle auch in Wien vertreten sein. Wie die FMA, die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde, auf ihrer Homepage bekannt gibt, hat die Europäische Zentralbank in Frankfurt der in Gründung befindlichen ICBC Austria Bank GmbH nun die Konzession für eine Reihe verschiedener Bankgeschäfte erteilt.

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte den Österreich-Plänen der ICBC bei seinem China-Besuch Anfang April dieses Jahres seine Unterstützung zugesagt. Sollte die Ansiedlung klappen, wäre das ein "starkes Signal" für den "Finanzstandort Österreich", hatte der ÖVP-Chef damals nach einem Gespräch mit dem "Chairman" der Bank, Yi Huiman, erklärt.


Eine Bank der Superlative
Die ICBC besteht seit 1984, ihren Sitz hat die Bank in Peking. Alles in allem hatte das börsennotierte Geldinstitut zuletzt rund eine halbe Million Mitarbeiter und mehr als 17.200 Filialen. Im vergangenen Jahr fuhr die ICBC laut ihrem Geschäftsbericht einen Netto-Gewinn von umgerechnet rund 36 Milliarden Euro ein - bei einer Bilanzsumme von rund 3,3 Billionen Euro.

Sehr aktiv ist der chinesische Finanzriese auch im Ausland. Zuletzt - im Dezember 2017 - hat er etwa in der Schweiz eine Banklizenz erhalten. Und jetzt ist Österreich dran. Geplant sei, in Wien ein Headquarter für Zentral- und Südosteuropa zu etablieren, wie Kurz im Zuge seines Peking-Besuchs im April berichtet hatte. Damit, so der Kanzler weiter, könnten "mehrere hundert neue Arbeitsplätze" entstehen. Kurz hatte auch erklärt, dass es der Bank bei dem Schritt nach Österreich nicht darum gehe, im Privatkundengeschäft tätig zu werden, sondern darum, chinesische Firmenaktivitäten zu begleiten und große Investments zu unterstützen.

Per Konzession erlaubt hat die Europäische Zentralbank der ICB Austria Bank die meisten üblichen Bankgeschäfte - darunter etwa das Einlagen-, Giro-, Kredit- und Diskontgeschäft, aber auch das Devisen- und Valutengeschäft, das Termin- und Optionsgeschäft sowie das Wertpapieremissionsgeschäft. Nicht ausüben darf die ICBC-Tochter u. a. das Wertpapierdepotgeschäft, das Bauspargeschäft, das Immobilienfondsgeschäft und das Wechselstubengeschäft.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-29 16:56:57
Letzte Änderung am 2018-08-29 18:56:02


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