• vom 03.09.2018, 15:51 Uhr

Österreich

Update: 03.09.2018, 17:45 Uhr

Energiewirtschaft

Preiswende beim Strom




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  • Heißer Sommer und Auftrennung der Preiszone Deutschland-Österreich verteuern Elektrizität.

- © dpa/apa/Jens Büttner

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Wien. (apa/kle) Die Österreichische Energieagentur hat bei der Elektrizität eine Preistrendwende festgestellt. Im Juli war Strom gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat zwar noch um 0,1 Prozent günstiger, gegenüber dem Vormonat Juni zogen die Preise jedoch um 0,4 Prozent an. "Eine relativ lange Periode mit stabilen Strompreisen scheint damit nun ein Ende zu finden", heißt es bei der Energieagentur.

In den vergangenen Monaten hätten nämlich die Großhandelspreise für Strom deutlich angezogen. Kunden mit indexierten Produkten spürten diese Preiserhöhung bereits in ihrer Stromrechnung - aber auch Tarife mit Fixpreisen seien entweder schon angehoben oder es seien Preissteigerungen angekündigt worden, sagt der Geschäftsführer der Energieagentur, Peter Traupmann.


Die Energieallianz Austria, ein gemeinsames Energievertriebsunternehmen der Wien Energie, der EVN und der Energie Burgenland, hat Preiserhöhungen ab Oktober angekündigt, die Salzburg AG hat ihren Strompreis schon Anfang Juli erhöht. Der Verbund rechnet, dass die Stromabsatzpreise vor allem 2019 steigen, was sich auch auf die Haushaltsstrompreise auswirken würde.

Mehr KühlungsbedarfNeben dem trockenen Sommer wirkt sich auch schon die mit Oktober kommende Auftrennung der Stromhandelszone Deutschland-Österreich aus. Der für September von der Österreichischen Energieagentur erstellte Strompreisindex (ÖSPI), der auf den Großhandelspreisen aufbaut, kletterte nämlich auf den höchsten Stand seit Februar 2014 und liegt um 26 Prozent höher als 2017. Dafür gibt es laut Traupmann mehrere Gründe: die zusätzliche Stromnachfrage für Klimaanlagen und Kühlgeräte (Stichwort: Hitzewelle im Sommer), Leistungseinbußen bei Laufwasserkraftwerken durch die anhaltende Trockenheit sowie Kraftwerksausfälle und höhere Preise für Kohle sowie CO2-Zertifikate.

Auch die bevorstehende Strompreiszonentrennung spiele eine Rolle: Künftig werde die Menge an Strom, die zwischen Österreich und Deutschland gehandelt wird, auf 4,9 Gigawatt beschränkt, erinnert Traupmann. Diese Trennung finde zwar erst am 1. Oktober statt, die Effekte auf den Preis würden sich aber schon in den Erwartungen der Händler widerspiegeln: "Unsere Berechnungen zeigen aber, dass sich die Mehrkosten der Haushalte in einem moderaten Rahmen bewegen dürften, da nur der Energieanteil der Stromrechnung betroffen ist." Nur ein Drittel des Gesamtpreises macht das Produkt Strom aus, ein zweites Drittel deckt die Netzkosten ab, das dritte Drittel entfällt auf Steuern und Abgaben.

ÖkostromförderkostenIn Wien etwa entfallen bei einem Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch 32,2 Prozent auf die reine Energiekomponente, 28,7 Prozent auf die Netzkosten, 16,7 Prozent auf die Umsatzsteuer, 10,9 Prozent auf die Ökostromförderkosten, 7,7 Prozent auf die Elektrizitäts- und 3,6 Prozent auf die Gebrauchsabgabe sowie 0,2 Prozent auf die sogenannte KWK-Pauschale, die Pauschale für die Förderung von Kraftwärmekopplungsanlagen. Die Energieagentur verweist dabei auf Angaben des Regulators E-Control.




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Dokument erstellt am 2018-09-03 15:59:57
Letzte Änderung am 2018-09-03 17:45:00


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