• vom 04.09.2018, 16:41 Uhr

Österreich


Beleuchtungsindustrie

Zumtobel will wieder leuchten




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  • Konzern muss wegen massiven Preisdrucks Sparkurs fahren, hunderte Jobs bereits weggefallen.

Zumtobel liefert die Beleuchtung auch für Tunnel (im Bild der Schallbergtunnel in der Schweiz). - © Zumtobel Group

Zumtobel liefert die Beleuchtung auch für Tunnel (im Bild der Schallbergtunnel in der Schweiz). © Zumtobel Group

Wien/Dornbirn. (kle) Der Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel ist im Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende April) tief in die Verlustzone gerutscht. Zu schaffen macht dem in Dornbirn ansässigen Konzern der starke Preisdruck durch die Konkurrenz. Im Unternehmen regiert deshalb der Sparstift. Vorstandschef Alfred Felder will die Kostenstruktur in allen Bereichen straffen - in der Produktion, der Verwaltung und im Vertrieb. Geplant ist auch, die Digitalisierung in sämtlichen Geschäftsprozessen weitervoranzutreiben. Das laufende Wirtschaftsjahr sieht Felder als "Übergangsjahr".

Als mittelfristiges Ziel hat der Zumtobel-Chef eine operative Gewinn-Marge (Ebit-Marge) von zirka sechs Prozent für 2020/21 im Auge. Gemessen am Umsatz soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in diesem Geschäftsjahr demnach bei rund sechs Prozent liegen.


Eine Übernahme durch Beteiligungsfonds, die zuletzt medial ins Spiel gebracht worden war, kann sich Felder indes nicht vorstellen. Die Familie Zumtobel sei ein starker Kernaktionär und an der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens interessiert, betonte der Manager am Dienstag vor Journalisten. Sie hält 35,5 Prozent der Anteile an dem börsennotierten Konzern.

Schwarze Zahlen im Quartal
Die Sanierungsarbeit der vergangenen Monate trägt unterdessen erste Früchte. Im ersten Geschäftsquartal (Mai bis Juli) schrumpfte der Umsatz zwar um 7,6 Prozent auf 293,1 Millionen Euro. Ebit und Netto-Ergebnis blieben mit 7,3 Millionen beziehungsweise 2,8 Millionen Euro aber positiv, auch wenn sich beide Werte gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum mehr als halbierten.

Zumtobel ist vor allem auf die Innen- und Außenbeleuchtung von Geschäften im Einzelhandel sowie auf Straßen- und Tunnelbeleuchtung spezialisiert. Per Ende Juli hatte das rund um den Erdball tätige Unternehmen 6073 Mitarbeiter. Das waren um 2,4 Prozent weniger als Ende April. Zum Ultimo des abgelaufenen Geschäftsjahres waren im Konzern noch 6224 Mitarbeiter beschäftigt, das waren jedoch auch schon 338 weniger gewesen als ein Jahr zuvor. In Österreich hatte Zumtobel zuletzt rund 2300 Beschäftigte. Reduziert wurde auch hier, aber weniger stark als im Ausland.

Im Zuge des Umbaus hat der Lichtkonzern auch einen Teil seiner Produktion aus China zurück nach Europa geholt und ins serbische Nis verlegt. Zu den Gründen sagte Felder unter anderem, dass die Produktionskosten im chinesischen Werk in Shenzhen mittlerweile höher seien als in Europa. Das Werk in Nis soll am 28. September offiziell eröffnet werden. Derzeit arbeiten dort rund 300 Leute, möglich wäre ein Aufbau auf bis zu 1000 Mitarbeiter.

Die Produktion in China soll bleiben, das Werk in Shenzhen wird aber umziehen und verkleinert werden. Auch das zweite chinesische Werk soll weiter produzieren. Neben Österreich und China hat Zumtobel auch in Deutschland, Großbritannien und den USA Produktionsstandorte.

Was ebenfalls auf der Agenda steht: In Porto (Portugal) will der Konzern ein neues Software-Zentrum für Lichtlösungen etablieren. Die Hardware-Entwicklung soll in Dornbirn bleiben.




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Dokument erstellt am 2018-09-04 16:51:02


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