• vom 05.09.2018, 18:08 Uhr

Österreich


Körperschaftsteuer

Sozialpartner positionieren sich zu Steuersenkungen




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  • Weniger KÖSt: Wirtschaftskammer geht von mehr Investitionen aus, die Arbeiterkammer von wenigen Profiteuren.

Wien. (apa) Die geplante Senkung der Körperschaftsteuer (KÖSt) wird zwischen den Interessensvertretern von Arbeitnehmern und Wirtschaftstreibenden zum Zankapfel. Die Arbeiterkammer ist gegen eine Senkung, die Wirtschaftskammer dafür. Derzeit beträgt die KÖSt 25 Prozent vom steuerpflichtigen Einkommen. Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) hegt Pläne die Steuer in Richtung 20 Prozent zu senken.

Ein Vorhaben, dass der Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Karlheinz Kopf, am Mittwoch in einer Aussendung goutiert: "Eine Entlastung bei der Körperschaftsteuer bedeutet eine Stärkung der Eigenkapitalbasis der Betriebe, fördert notwendige Investitionen." Das sichere und schaffe "Tausende neue Arbeitsplätze sowohl bei großen als auch bei kleinen Unternehmen."


Bei einer Reduktion des Steuersatzes auf 20 Prozent würden die Investitionen um 1,5 Prozent steigen, beruft sich Kopf auf "aktuelle Modellrechnungen". Die Körperschaftsteuersenkung im Jahr 2004/05 von 34 auf 25 Prozent habe "signifikant positiven Auswirkungen" auf Steueraufkommen und Beschäftigung gehabt.

Die Arbeiterkammer (AK) bezweifelt das: Steuerexperte Dominik Bernhofer rechnet vor, dass die durchschnittliche Körperschaftsteuer bei 1,2 Prozent des Umsatzes liege. "Positive Effekte auf Investitionen sind nur dann zu erwarten, wenn das Unternehmen kreditbeschränkt ist - was, wenn überhaupt, nur bei kleineren Unternehmen ein Thema ist", sagt Bernhofer. Genau diese Unternehmen profitierten aber kaum von der Steuersenkung.

Hohe oder niedrige Steuer?
Streitpunkt zwischen den Interessenvertretern ist auch, ob der Steuersatz in Österreich nun im internationalen Vergleich hoch oder niedrig ist. Österreich liege klar über dem EU-Durchschnitt, meint die Wirtschaftskammer. Im Mittel hätten die EU-15-Staaten die durchschnittliche effektive Körperschaftsteuerbelastung zuletzt um 3 Prozentpunkte gesenkt. Die Arbeiterkammer wiederum verweist auf den wichtigsten Handelspartner Deutschland, wo die Gewinnbesteuerung mit über 30 Prozent (inklusive Gewerbesteuer) deutlich höher sei als in Österreich. Der Durchschnitt der Gewinnsteuersätze der EU-15 liege bei 25,5 Prozent.

Während die Arbeiterkammer lediglich die gewinnstärksten fünf Prozent der Betriebe als Profiteure der Steuersenkung sieht, profitieren laut Wirtschaftskammer Einzelunternehmen, Klein- und Mittelbetriebe sowie größere Unternehmen und würden deutlich entlastet.




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Dokument erstellt am 2018-09-05 18:17:56


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