• vom 11.09.2018, 17:14 Uhr

Österreich

Update: 12.09.2018, 08:47 Uhr

Finanzkrise

Lehmans Werk und Österreichs Beitrag




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Apropos Heta: Mit der Pleite der Kärntner Hypo Alpe Adria bekam Österreich seine ganz eigene Finanzkrise. "Die Pleite hängt nicht ursächlich mit der Finanzkrise zusammen. Sie hat nur sehr plötzlich die Fülle an Schwächen der Hypo offengelegt und verstärkt", meint Ittner. Ende 2008 betrug die Bilanzsumme der damaligen Hypo dank üppiger Landeshaftungen und risikoreicher Kreditvergabe 43,3 Milliarden Euro. Das Land Kärnten haftete zeitweise mit fast 25 Milliarden Euro. Die Bank schrieb 2008 und 2009 horrende Verluste. Die Hypo wurde verstaatlicht und wird derzeit abgewickelt. Alles in allem könnte die Pleite den Steuerzahler bis 2020 gute 7,7 Milliarden Euro gekostet haben.

Strenges Regelwerk

Die Bankenrettung hat in zahlreichen europäischen Ländern die Staatsschulden in die Höhe schnellen lassen und manche Staaten wie Irland und Griechenland in die Krise gestürzt. Damit das nicht mehr passiert, oder zumindest nicht mehr in dieser Dimension, wurde die Bankenaufsicht in den vergangenen zehn Jahren deutlich straffer und strenger - nicht nur zur Freude der Branche. Banken müssen eine Kernkapitalquote von mindestens 12,5 Prozent halten, die Bestimmungen für Kreditvergaben wurden strenger. Institute müssen für den Fall der Fälle einen Abwicklungsplan vorlegen. Große Banken, in Österreich sind es acht, werden direkt von der EZB beaufsichtigt. Und künftig soll auch kein Steuergeld mehr für strauchelnde Banken in die Hand genommen werden.

"Die Banken sind heute mit Sicherheit besser aufgestellt als vor zehn Jahren", sagt Hannes Mösenbacher, Risikovorstand der RBI. Er kritisiert aber die Vielzahl an Bestimmungen und Aufsichten in der EU, wo neben der EZB auch staatliche Behörden Banken beaufsichtigen. "Wir stehen aber als Bank bis zu 40 unterschiedlichen Regulatorien gegenüber", sagt er.

Für Elisabeth Mittendrein von der globalisierungskritischen NGO Attac ist die Regulierung nicht streng genug. "Viele Banken sind noch immer ‚too big to fail‘ und laufen damit Gefahr, doch gerettet werden zu müssen." Auch Mösenbacher sieht heute Zusammenschlüsse großer Bankinstitute kritisch. Vieles, das damals passiert ist, habe man heute gut im Griff. Die Instrumente der Aufsicht seien treffsicherer, meint Ittner. Auf Unvorhergesehenes sei ohnehin niemand vorbereitet.


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-11 17:24:13
Letzte Änderung am 2018-09-12 08:47:13


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