• vom 12.09.2018, 19:30 Uhr

Österreich


Energiebranche

OMV vor Zukauf in Malaysia




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  • Konzern in Exklusivverhandlungen über Einstieg bei Sapura Upstream - 700-Millionen-Euro-Deal.

Konzernchef Rainer Seele will "Australasien" zu einer Kernregion der OMV machen.

Konzernchef Rainer Seele will "Australasien" zu einer Kernregion der OMV machen.© apa/Hans Punz Konzernchef Rainer Seele will "Australasien" zu einer Kernregion der OMV machen.© apa/Hans Punz

Wien. (kle/apa) OMV-Chef Rainer Seele lässt seiner Ankündigung, die Region "Australasien" zu einer der Kernregionen des Öl- und Gaskonzerns zu entwickeln, rasch Taten folgen. Erst im März gab die OMV den Erwerb von Erdgas-Produktionseinheiten in Neuseeland um rund 500 Millionen Euro bekannt. Nun soll eine etwas größere Akquisition in Malaysia folgen, dort will das teilstaatliche Wiener Unternehmen den Öl- und Gasförderer Sepura Upstream zur Hälfte übernehmen.

Laut Sapura Energy, dem Mutterkonzern von Sapura Upstream, basiert der geplante Deal auf einem Unternehmenswert von 1,6 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 1,38 Milliarden Euro. Ein Hälfteanteil würde die OMV somit rund 700 Millionen Euro kosten.


Die Eckpunkte einer strategischen Partnerschaft mit Sapura Energy sind bereits fixiert. Wie die OMV in einer Presseinformation vom Mittwoch weiter mitteilte, werden die Verhandlungen nun auf exklusiver Basis fortgesetzt.

Aufbau einer neuen Kernregion
"Die angestrebte Partnerschaft mit Sapura ist ein wichtiger Schritt, die OMV-Aktivitäten in Südostasien zu entwickeln", sagt OMV-Chef Rainer Seele. Bis 2030 sei in dieser Region mit einer stark steigenden Öl- und Gasnachfrage zu rechnen. "Die OMV nutzt diese Chance, das Geschäft weiter auszubauen und die neue Kernregion aufzubauen", so der Deutsche.

Seele hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt angekündigt, die Region "Australasien" zu einer weiteren Kernregion neben CEE (Österreich und Rumänien), Nordsee, Russland und dem Nahen Osten & Afrika entwickeln zu wollen. Als "Kernregion" definiert die OMV eine Region mit einer Produktion von zumindest 50.000 Barrel Öl-Äquivalenten (boe) pro Tag. Zum Vergleich: Mit dem heurigen Zukauf in Neuseeland hat der Konzern seine Produktionskapazität um mehr als 30.000 boe pro Tag aufgestockt. Mit der Beteiligung an Sepura Upstream dürfte die Entwicklung Australasiens zur Kernregion also gelingen. 2017 förderte die OMV durchschnittlich 348.000 boe pro Tag.

Seele steht seit dem Sommer 2015 an der Spitze der OMV und hat ihr schon bald nach seinem Amtsantritt einen scharfen Kurswechsel verordnet. Dazu gehören nicht nur eine stärkere Fokussierung auf Russland, den Nahen Osten und Südostasien mit Milliardenzukäufen, sondern etwa auch der Rückzug aus der Türkei und Pakistan, aber auch andere Verkäufe von Assets.

Etliche Käufe und Verkäufe
Zu den wichtigsten OMV-Akquisitionen der vergangenen Jahren zählen die Viertel-Beteiligung am sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje um 1,75 Milliarden Euro 2017, der Erwerb von Ölfeld-Anteilen in Abu Dhabi um 1,2 Milliarden Euro im heurigen Frühjahr, die Komplettübernahme der Gashandelstochter Econgas, der mit Gazprom geplante Tausch von Öl-und Gasfeldern der OMV in der Nordsee gegen eine Beteiligung an einer Gasförderung in Sibirien sowie der Erwerb von Shell-Produktionseinheiten in Neuseeland im laufenden Jahr. Nach früheren Angaben will die OMV bis 2025 zehn Milliarden Euro für Zukäufe ausgeben.

Abgestoßen hat Seele unter anderem 30 Prozent am Offshore-Öl- und -Gasprojekt Rosebank nordwestlich der Shetland-Inseln sowie die Tochter in Großbritannien, die Türkei-Tochter Petrol Ofisi, das türkische Gaskraftwerk Samsun und das Fördergeschäft in Pakistan. Verkauft hat er auch 49 Prozent an der Pipeline-Tochter Gas Connect an ein Konsortium aus dem italienischen Gasnetzbetreiber SNAM und der deutschen Allianz Capital Partners.




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Dokument erstellt am 2018-09-12 16:51:08


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