Wien. Österreichs Konsumenten bekommen noch mehr Schützenhilfe von Experten. Neben dem 1961 gegründeten Verein für Konsumenteninformation (VKI) ist seit kurzem der Verbraucherschutzverein (VSV) aktiv. Der VSV empfiehlt nun VW-Geschädigten aus Österreich, die bisher keine Schritte gegen Volkswagen unternommen haben, sich der Musterfeststellungsklage in Deutschland anzuschließen, um so eine Verjährung zu verhindern. Aus Sicht von Vereinsgründer Peter Kolba, Ex-Klubchef der Liste Pilz, ist der Anschluss in Deutschland auch für Österreicher möglich.

Kolba ist als Verbraucherschützer kein Unbekannter. Er war 26 Jahre Leiter des Bereiches Recht im VKI. 2017 gründete er gemeinsam mit dem Gutachter Manfred Biegler und dem Journalisten Oliver Jaindl Cobin Claims, eine unabhängige Plattform für Sammelklagen, stieg aber im Juni 2017 überraschend wieder aus.

Ansprüche gegen VW verjähren ab 18. September

Die Ansprüche gegen VW beginnen in Österreich ab dem 18. September 2018 zu verjähren. In Deutschland droht die Verjährung erst mit Ablauf des Kalenderjahres 2018. Kolbas Empfehlung richtet sich an jene rund 340.000 von insgesamt 360.000 Geschädigten in Österreich, die sich nicht den Klagen des VKI und Cobin Claims angeschlossen haben oder selbst klagen.

"Es wäre nicht klug, sich aus einer der Sammelaktionen zurückzuziehen, aber für viele andere kann die deutsche Musterfeststellungsklage ein ‚Plan B‘ sein, um bei einem Vergleich dabei zu sein", sagte Kolba in einer Pressekonferenz. Er erwartet, das VW erst nach Ablauf der Verjährungsfristen bereit ist, über einen Vergleich zu verhandeln. Denn dann seien die Ansprüche der meisten Geschädigten schon verjährt.

Vereinsmitglieder bietet Kolba rechtliche Unterstützung bei der Eintragung ins Klageregister des deutschen Bundesamts für Justiz an, in seinem neuen Buch "Diesel-Schäden - Wie Sie sich zur Wehr setzen können!" geben Kolba und Ko-Autorin, die frühere ARBÖ-Generalsekretärin Lydia Ninz, ebenfalls Tipps.

An Bord des Vereins sind neben Ninz unter anderem auch der Vorkämpfer gegen geplante Obsoleszenz, Sepp Eisenriegler. Die Finanzierung soll über Mitgliedsbeiträge (30 Euro im Jahr) und Spenden gelingen.