Wien. (ede) Um die neue Mobilfunkgeneration 5G kommt kein Handynetzbetreiber herum. Umso größer wird das Gerangel um Frequenzen sein. Die ersten werden voraussichtlich im Februar 2019 versteigert. Mit einem "Bieterkrieg", wie zuletzt bei der Auktion der LTE-Frequenzen (4G), rechnet Johannes Gungl, Geschäftsführer des Fachbereichs Telekommunikation und Post in der Regulierungsbehörde RTR, nicht. Zumal es dieses Mal auch um etwas anderes geht.

LTE (Long Term Evolution) ist die vierte Generation (4G) des Mobilfunks und wurde 2012 in Österreich eingeführt - etwa zehn Jahre nach UMTS. Bei der Versteigerung der Frequenzen ging es um den Ausbau der Netzabdeckung der Anbieter und darum, "im Markt zu bleiben", so Gungl. Die drei Mobilfunker Telekom Austria (A1), Drei (Hutchison) und T-Mobile Österreich zahlten nach einer regelrechten Bieterschlacht letztendlich mehr als zwei Milliarden Euro in die Staatskasse ein, bei einem Mindestgebot von rund 530 Millionen Euro.

Deutlich niedrigere Mindestgebote

Bei der kommenden Auktion gehe es nicht um die ländliche Versorgung um Randlagen, sondern um ein reines Kapazitätsspektrum, sagte Gungl am Mittwoch vor Journalisten. 5G bietet unter anderem deutlich höhere Datenübertragungsraten als LTE und ultrakurze Latenzzeiten, also Reaktionszeiten des Netzes. Als Beispiele für Anwendungen nannte Gungl autonomes Fahren oder Robotersteuerung in der Industrie. Großes Anwendungspotenzial gebe es auch in der Landwirtschaft. "Es wird noch viel geforscht", so Gungl.

Anders als im Vergleich zu 2013 sind die Mindestgebote mit insgesamt 30 Millionen Euro viel niedriger, und das Auktionsdesign ist einfacher und transparenter. Nach drei Konsultationen, an denen rund 15 Anbieter teilgenommen haben - darunter auch acht regionale Breitbandanbieter -, entschied man sich für eine "Einfache Glock-Auktion". Die Ausschreibungsfrist läuft seit gestern, Mittwoch, bis 26. November, 12 Uhr. Nach einer Weihnachtspause werde es eine Übungsauktion für die Bieter geben, kündigte Gungl an. Die eigentliche Versteigerung ist für Februar 2019 geplant.

Die Nutzungsrechte werden für 20 Jahre und in zwölf Regionen mit Trennung in urbane und rurale Gebiete vergeben. Kein autonom fahrendes Auto werde an der Stadtgrenze stehenbleiben, betonte Gungl in Anspielung auf Kritiker, die eine landesweite Vergabe forderten.

Horten von Frequenzen
nicht erlaubt

Ein Brachliegen beziehungsweise Horten von Frequenzen, um Mitbewerber auszubooten, wird nicht erlaubt sein. Die Frequenzen müssen rasch für die Kunden zur Verfügung stehen, sonst drohen Strafzahlungen. Versteigert werden insgesamt 390 Megahertz (MHz), wobei A1 und T-Mobile nur maximal 150 MHz und alle anderen Bieter höchstens 170 MHz ersteigern dürfen. Damit will die RTR Wettbewerbsverzerrungen vermeiden.

Um den Ausbau neuer 5G-Sender zu beschleunigen und kostengünstiger zu machen, wurden die Regeln für das Teilen von Infrastruktur gelockert.