Kinshasa/Santiago. (dg) Elektroautos stoßen keine Schadstoffe aus, sie sind leise und die umweltfreundlichere Alternative zum Verbrennungsmotor. Sieht man sich aber die Herstellung der dafür notwendigen Batterien an, fällt die Bilanz nicht ganz so sauber aus. Der Grund dafür ist, dass für die Herstellung sogenannte seltene Erden notwendig sind - Lithium und Kobalt. Beides sind knappe Ressourcen und deren Gewinnung ist umwelttechnisch und menschenrechtlich problematisch.

Lithium wird großteils in den Salzseen in der Atacama-Wüste in Chile abgebaut. Weil der Abbau sehr viel Wasser benötigt, kämpfen Bauern und indigene Völker dort mit Wasserknappheit. Zahlreiche Tiere verlieren zudem ihren Lebensraum.

Umwelt-NGOs zufolge stammen 65 Prozent des weltweiten Kobalts aus dem Kongo. Dort arbeiten oft Kinder in den zahlreichen illegalen Kobalt-Minen unter verheerenden Bedingungen, manche von ihnen sind nicht älter als acht Jahre. Immer wieder stürzen Minenschächte ein. Die seltenen Rohstoffe werden nicht nur für Autobatterien benötigt, sondern für fast alle Elektrobatterien. Also für Handys, Tablets, Laptops. Um die knappen Ressourcen zu schonen, könnten alte, ausgediente Batterien recycelt werden.

Im Rahmen des "Urban Mining" Projekts des Ara Innovation Space in Wien werden Edelmetalle und seltene Erden aus dem Hausmüll oder Bauschutt gefischt. Das Ziel: Wiederverwerten statt Wegwerfen. Autohersteller und Start-ups versuchen seit ein paar Jahren, das Recycling von Batterien effizienter und besser zu machen. Der Elektroautohersteller Tesla arbeitet etwa mit einer Reihe von Recycling-Unternehmen zusammen. Das Problem ist aber, dass es nach wie vor kostengünstiger ist, die Rohstoffe abzubauen als zu recyceln, und dass es bis jetzt nicht gelungen ist, reines Lithium wiederherzustellen.