Graz. Österreich macht sich auf die Reise in die E-Mobilität. Die Speicherung von Strom - gerade für Hybrid- oder E-Autos - ist eine Herausforderung. Einige Unternehmen sind hier federführend dabei. Auch die Adresse Hans-List-Platz 1 in Graz steht hier für Innovation. Ständig wird in der Zentrale des Hightech-Unternehmens AVL List ausgebaut. Gerade hat das weltweit größte, unabhängige Unternehmen für Antriebssysteme das modernste Batterie-Labor Europas eröffnet. Professor Helmut List, Geschäftsführer des Konzerns, ist sichtlich stolz auf die Geschwindigkeit, mit der das Projekt realisiert wurde: "Nur die Blumen im Garten sind schneller gewachsen als dieses Labor."

Äußerlich wirken die zukunftsweisenden Batterie-Prüfstände eher wie sauber aufgeräumte Garagen, tatsächlich kommen modernste Technologien zum Einsatz. Auf 700 Quadratmetern können hier elektrische und thermische Batterie-Tests mit bis zu derzeit 750 KW beziehungsweise 1200 Volt durchgeführt werden. Die Zusammensetzung der aufwendigen Prüfstandspezifikationen ist auf diesem hohen Niveau in Europa einzigartig. Durch die hohen Türen und die beachtlichen Thermalkammergrößen ist auch das Testen von größeren Batterien möglich, also beispielsweise für Elektrobusse oder Lkw. Dabei entwickelt die AVL die Batterien sowohl im vollen Umfang als auch in Teilaspekten - beispielsweise Module, die auf Lithium-Solid-State-Zellen basieren und nicht auf den konventionellen Lithium-Ionen-Zellen.

Präzise Messwerte
in kurzer Testzeit

Das Unternehmen ist auf dem Gebiet der Batterietechnik kein Anfänger: Schon in den 90er Jahren entwickelte man die ersten Hybrid-Fahrzeuge. Den Grundstein für die aktuelle Entwicklung legte ausgerechnet die Wirtschaftskrise 2008/2009, als neue Strategien für die Zukunft entwickelt wurden. Deren vorläufiger Höhepunkt ist die Eröffnung des neuen Labors, so List, "ein Meilenstein in der weiteren Elektrifizierung des Antriebsstrangs bei AVL. Nun sind wir in der Lage, die ständig steigenden Anforderungen der Kunden mit hochpräzisen Messwerten in verkürzter Testzeit zu erfüllen."

Damit ist die AVL einmal mehr Vorreiter bei einem Thema, das sich auch die EU-Kommission mit ihrer "Europe On The Move" Strategie auf die Fahnen geheftet hat. Europa steht beim Thema E-Mobilität unter Zugzwang, speziell die asiatischen Länder haben in diesem Bereich derzeit die Nase vorne. In Deutschland hat sich Kanzlerin Angela Merkel dafür starkgemacht, mit den europäischen Partnern eine Batteriezellproduktion aufzubauen.