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Wien. Ab Montag wird der Stromhandel zwischen Österreich und Deutschland im Zuge der Strommarkttrennung deutlich eingeschränkt. Die gehandelte Strommenge zwischen den Ländern wird fast um die Hälfte verknappt. Das wird in Österreich zu einer leichten Erhöhung führen. Manche Anbieter haben ihre Preise bereits erhöht.

Bisher konnte der Strom zwischen beiden Ländern quasi unbegrenzt im Rahmen der technischen Möglichkeiten fließen. Wegen fehlender Stromleitungen kann Deutschland seinen aus Windenergie stammenden Strom nicht vom Norden in den Süden zu den Verbrauchszentren führen. Er fließt in sogenannten Ringflüssen (Loop-Flows) über Polen und Tschechien nach Süden. Die Leitungen in Tschechien und Polen glühen, wenn der Strom aus Windkraft im Norden Deutschlands über ihre Netze nach Süddeutschland fließt. Das bringt hohe Kosten für die Stabilisierung der Netze mit sich.

Österreich klagt beim EuGH

Durch die Reduzierung der gehandelten Strommenge soll diesem Problem auf deutscher Seite nun ein Stück weit entgegengewirkt werden. Das geschieht allerdings auf Kosten Österreichs, wie der heimische Regulator E-Control meint. Er hat gegen die Entscheidung der europäischen Regulatoren (ACER) beim Europäischen Gerichtshof geklagt, ein Urteil ist aber noch ausständig.

Vertreter der österreichischen E-Wirtschaft weisen daher darauf hin, dass die Trennung innerhalb Deutschlands - an der Nordgrenze Bayerns - verlaufen müsste. Österreich und auch Länder wie Slowenien oder Kroatien haben günstigen Wind- und Solarstrom aus Deutschland importiert.

Berechnungen der Österreichischen Energieagentur zeigten, dass sich die Mehrkosten der Haushalte in einem moderaten Rahmen bewegen dürften. Für Kunden der Energieallianz Austria - Wien Energie, EVN und Energie Burgenland - wird Strom ab 1. Oktober teurer. Die Stromrechnung für einen mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh) steigt um rund 3 Euro im Monat.