• vom 04.10.2018, 13:24 Uhr

Österreich

Update: 04.10.2018, 16:19 Uhr

1948-2018

Früherer AK-Präsident Tumpel gestorben




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Von WZOnline, APA

  • Herbert Tumpel stand von 1997 bis 2013 an der Spitze der Arbeiterkammer.

Herbert Tumpel stand 16 Jahre lang an der Spitze der Arbeitnehmervertretung.

Herbert Tumpel stand 16 Jahre lang an der Spitze der Arbeitnehmervertretung.© APAweb/HERBERT NEUBAUER Herbert Tumpel stand 16 Jahre lang an der Spitze der Arbeitnehmervertretung.© APAweb/HERBERT NEUBAUER

Wien. Der frühere Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das teilte die Arbeiterkammer Wien am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Tumpel war von 1997 bis 2013 Präsident der Arbeiterkammer Wien und der Bundesarbeitskammer. Zuvor war der Volkswirt Leitender Sekretär des ÖGB. In der BAWAG-Affäre war Tumpel auch in die Kritik geraten, weil er als Aufsichtsratsvorsitzender der damaligen Gewerkschaftsbank die Wiederaufnahme der verlustreichen Karibik-Geschäfte abgesegnete. In seiner Amtszeit gelang es der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG), ihren Stimmenanteil bei AK-Wahlen um fast zehn Prozentpunkte zu erhöhen.

Reformen umgesetzt

Die AK würdigte in ihrer Aussendung die Leistungen Tumpels. In den 16 Jahren an der Spitze der Arbeitnehmervertretung habe Tumpel für zahlreiche Reformen und einen tiefgreifenden Umbau und Ausbau der AK-Leistungen im Rahmen des Programms "AK plus" gesorgt. Politisch sei Tumpel für den Ausgleich der Kräfte und Fraktionen in der Interessenvertretung der Arbeitnehmer und einen kompromisslosen Kurs für die Rechte der Arbeitnehmer gestanden.

AK-Präsidentin Renate Anderl drückt seiner Witwe, Gertrude Tumpel-Gugerell, ihr Mitgefühl aus und würdigte ihren Vor-Vorgänger: "Ich habe Herbert für seinen Weitblick und seine politische Klarheit sehr geschätzt. Die Arbeiterbewegung hat Herbert Tumpel viel zu verdanken und wird ihn sehr vermissen."

Betroffenheit über alle Parteigrenzen

Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Tumpel als "großen Österreicher", der sich "zeitlebens mit aller Kraft für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt" habe. Darüber hinaus habe sich Tumpel für die Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses eingesetzt.

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures hat Tumpel "als echten Kämpfer für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und verlässlichen Mitstreiter erlebt". Tiefgreifende Reformen habe er maßgeblich mit auf den Weg gebracht.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian nannte Tumpel "einen überzeugten Gewerkschafter und langjährigen engagierten Mitkämpfer für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Tumpel habe sich stets auf die Seite der Schwächeren gestellt und ihnen damit eine Stimme gegeben. ÖGB-Vizepräsident und FCG-Vorsitzender Norbert Schnedl bezeichnete Tumpel als "herausragende Persönlichkeit", die immer den sozialpartnerschaftlichen Dialog in den Vordergrund gestellt habe.

Miteinander statt Gegeneinander

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer würdigte den großen Einsatz und das Engagement Tumpels für die Sozialpartnerschaft. "Tumpel war stets um sachliche Lösungen bemüht und stellte das Miteinander vor das Gegeneinander." Tumpels langjähriger Wegbegleiter, der frühere Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, betonte dessen Verlässlichkeit und Handschlagqualität.

Die geschäftsführende SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner und Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda sagten, Tumpel habe mit seinem unermüdlichen Einsatz für die Rechte der ArbeitnehmerInnen "einen unschätzbaren Beitrag zum sozialpartnerschaftlichen Erfolg unseres Landes geleistet". Er hinterlasse "ein politisches Vermächtnis, dass noch vielen Generationen von ArbeitnehmerInnenvertreterInnen über die Parteigrenzen hinweg als Vorbild dienen wird". Für den geschäftsführenden Klubobmann Andreas Schieder war Tumpel "ein engagierter, verlässlicher Vertreter der Sozialpartnerschaft mit besonderer Handschlagqualität". Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig meinte, Tumpel sei "für die gelebte Sozialpartnerschaft, für den Ausgleich von Interessen", gestanden.

"Politische Standhaftigkeit"

Für die ÖVP würdigte Klubobmann und ÖAAB-Obmann August Wöginger Tumpel als jemanden, "der sich unermüdlich für die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt und seine politischen Standpunkte mit Leidenschaft vertreten hat". Vizekanzler und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache nannte Tumpel eine "prägende Persönlichkeit" und einen engagierten Vertreter von Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Liste Pilz-Klubobmann Bruno Rossman hat Tumpel in der Arbeiterkammer "als konsequenten Kämpfer für die Rechte der Arbeitnehmer kennengelernt", den seine politische Standhaftigkeit ausgezeichnet habe.

"Kompetenter und verlässlicher Sozialpartner"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) würdigte am Donnerstag den verstorbenen früheren Arbeiterkammer-Präsidenten Herbert Tumpel als "verdiente Persönlichkeit". Tumpel habe "in allen seinen beruflichen Stationen Spuren hinterlassen und sich unermüdlich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt. Sein jahrelanges Wirken hat die Sozialpartnerschaft wesentlich mitgeprägt", sagte Kurz.

Auch die Industriellenvereinigung (IV) würdigte den früheren AK-Chef. Tumpel habe bei wichtigen Herausforderungen stets das "große Ganze" im Auge gehabt, so IV-Präsident Georg Kapsch. Für die Landwirtschaftskammer war Tumpel "ein kompetenter, engagierter und verlässlicher Politiker und Sozialpartner. Er war auch über Parteigrenzen hinweg bereit, gemeinsam erarbeitete Ziele konsequent umzusetzen und bewies auf diese Weise Handschlagqualität." Das Wirtschaftsforschungsinstitut, dessen Vizepräsident Tumpel auch war, lobte "seine große Loyalität und seinen Einsatz für eine unabhängige Wirtschaftsforschung".





Schlagwörter

1948-2018, Herbert Tumpel, AK

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-04 13:24:37
Letzte Änderung am 2018-10-04 16:19:34


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